Nachdem wir nun schon ein paar Monate unterwegs sind, wollen wir ein wenig von unseren Erfahrungen berichten und Interessierte dran teilhaben lassen. Es geht um die Dinge, die sich als hilfreich herausgestellt habe, Dinge die sich im Bordalltag bewährt haben.  Die Sammlung erhebt weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch ist sie auf unseren „Mist“ allein gewachsen. Sie ist vielmehr ein Sammelsurium, welches sich über die Zeit hinweg durch das Studium von Blogs/Büchern, Teilnahme an Seminaren und natürlich vielen persönlichen Gesprächen mit anderen Seglern entstanden ist. Sofern wir uns noch an Quellen erinnern, haben wir diese angegeben. Ein Absprung auf die Seiten lohnt allemal.

Wer Fragen zu den einzelnen Punkten hat, kann sich jederzeit bei uns melden, wir geben gerne und ehrlich Auskunft über unsere Erfahrungen.

 


I. Diverses für das Bordleben

a. Gutes Essen an Bord
Ist genau so wichtig wie gutes Wetter. Spätestens wenn man die angrenzenden Länder verlassen hat, wird es schwierig mit gutem Brot. Daher haben wir einerseits größere Mengen Getreide an Bord, welches wir mit einer kleinen Mühle frisch mahlen können. Sollten wir darauf mal keine Lust haben, so behelfen wir uns mit Backmischungen. Auch diese haben wir außerhalb von Deutschland nicht mehr finden können, daher reichlich einpacken. Für das Proviantieren, kochen und backen an Bord gibt es zwei lesenswerte Bücher (sagt Nette ;-).

Die Proviantbibel, Ralf u. Birgit Londe, ISBN: 978-3-7702-0540-0
Das Brotbackbuch, Lutz Geißler, ISBN: 978-3-8001-7957-2

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Weiter genießen wir es mit unserem Gasgrill an Bord diverse Gerichte zu kochen oder zu grillen. Besonders gut hat uns der Cobb Gas Grill gefallen, er ist klein und kompakt und verbraucht wenig. Ferner passt er auf unsere handelsüblichen 5kg Gasflachen die wir vom heimischen Gasgrill entwendet haben.

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b) Stauraum ideal nutzen
Bei 5 Personen an Board und „nur“ 42 Fuß, müssen wir jeglichen Stauraum effektiv nutzen. Dafür haben wir einerseits zwei Nasszellen „lahm“ gelegt und mittels eines aus unser Sicht effektiven Stausystems verbaut. Verderbliche Dinge wie Obst und Gemüse lagen wir in kleinen (25x40x15) grünen Kisten die wir aus dem Bioladen geliehen haben. Vorteil ist, dass diese stapelbar sind und gut gelüftet werden. Ferner ist die Größe so, dass sie flexibel einsetzbar sind.
Für Waren (Getriede, Nudeln, Müsli) die trocken bleiben müssen bzw. geschützt werden sollen vor allerlei Käfer die da noch kommen sollen, haben wir in großen 30 Liter Tonnen untergebracht. Ferner haben wir uns Leesegeln installiert die wir zwar nicht zum Schlafen gebrauchen, diese jedoch stattdessen verwenden, um die nicht genutzten Kojen weiter in  Stauraum umfunktionieren.
Für alles was kleiner ist und nicht feucht werden darf, also Tee, Gewürze oder auch USB Platten sowie diverse Adapter, lagern wir in Lock & Lock Boxen. Diese sind zwar etwas teurer als einfache Küchenware, lohnt sich jedoch immer. Sie sind dicht, und lassen sich ideal stapeln. Wir haben damit fast den gesamten Kühlschrank ausgemauert, so dass nichts mehr klappert und verrutschen kann, fast nichts ;-).

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c) Rollbarer Gardena Gewebe-Schlauch sowie diverses Adapter und Gardena Kupplungen.

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d) Boots Stempel u. Visitenkarten
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e) Antirutschmatten für heiße Töpfe

f) Batteriebetriebene LED Lampe am Niedergang und im WC (siehe auch heimkehr-hamburg.de)

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g) Angelausrüstung
In bislang jedem Hafen haben wir Köder, Blei, Zangen, Haken etc. gekauft. Nicht nur weil wir es brauchen, nun gut vielleicht auch deshalb, aber vor allem weil es einfach Spaß mit den Kindern macht ;-). Daher mein Tip: Kauft Euch eine vernünftige Hochseeangel und besorgt den Rest unterwegs. Kostet dasselbe, macht nur viel mehr Spaß ;-).

h) Hörbücher
Besonders für die langen Passagen sind Hörbücher für Mann, Frau und Kinder ein Segen.

i) Eieruhr
Ein oder besser zwei Eieruhren, falls eine über Bord geht sind ideale Begleiter für Nachtwachen oder einfach nur zum Eierkochen.

j) Microfaserhandtücher u Neoprenanzüge von Decathlon
Aus Platzgründen haben wir alle normalen Handtücher von Bord verbannt. Stattdessen haben wir uns günstige Microfaser Tücher von Decathlon geholt. Einfach klasse, sie trocken binnen 30 Minuten und kosten nur ein paar Euro. Decathlos ist allemal ein Besuch wert. LED Lampen, Zelte, alles was man braucht und viel mehr darüberhinaus wird angeboten.

k) Stirnlampen
Strinlampen für die Kinder helfen beim Lesenlernen unter der Decke und für die Eltern die bessere Version mit veränderten Leuchtweite oder gar mit Rotlicht ist ein muss. Mit Akkus gefüttert, halten diese Wochen bis Monatelang ohne Wiederaufladung.

l) Enelop Akkus
halten die Spannung über Monate und sind auch nach Wochen und Monaten Standzeit noch nutzbar.

m) Wasserfilter zum Aufstecken
Bei Wasserfiltern am besten das frische Wasser grob filtern. Bei fast allen Segelzubehörläden gibt es solche Filter, die man direkt vor den Gardena Schlauch an der Zapfsäule stecken kann.

n) Mobilfunktarif in Europa
AldiTalk.de hat zusammen mit eplus einen EU Tarif aufgelegt. Dieser ist ohne Grundgebühr und kann jeweils für 4,99 Euro / Woche gekauft werden. Dafür erhält man 150 Gesprächsminuten und / oder 150 MB Datenvolumen in der Woche.

o) IKEA Cliptüten
Für diverse Zwecke (z.B. Fischfang verstauen) verwenden wir die wiederverschließbaren Tüten von IKEA. Diese gibt es in verschiedenen Größen und sind sehr preiswert.

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II. Technische Ausstattungen am Boot

a) Solar- und Windenergie
Energiegewinnung und Verbrauch wird spätestens wenn man mehr als zwei Tage ununterbrochen Segelt oder mehr als 4 Tage vor Anker liegt ein Thema. Wir hatten das Glück, dass zur Energiegewinnung bereits ein Superwind 350 an Bord war. Wir haben diesen um drei weitere jeweils 100 Watt Solarpanäle ergänzt. Eines der Solarmodule ist fest am Generatormast flexibel montiert und kann so der Sonne nachgeführt werden (Solarlink.de). Die zwei weiteren Panele sind flexibel und mit jeweils 1,2kg sehr leicht. Durch eine Plastikplatte (Tischuntersatz von IKEA) wurden diese verstärkt und können nun flexibel auf dem Bimini Top gefahren werden (SY-Merger.de).
Die Kombination aus Solar- und Windenergieerzeugung ist ideal. Selbst bei bewölktem Himmer leisten die Module signifikant Strom, so dass die Batterien am Tagesssende fast immer voll sind. Bei Nacht vor Anker liefert der Windgenerator weiteren Strom. Müsste ich mich für die ein oder andere Variante entscheiden, so würde ich  zu den Solarmodulen greifen. Ich habe es nicht ausgerechnet, doch gefühlt ist selbst in Hamburg immer mehr Sonne als Wind verfügbar, die Ausbeute über den Tag hinweg höher. Trotz „Flüsterblätter“ ist bei jedem Windgenerator immer ein leises Geräusch wahrnehmbar. Hingegen ist der Blick auf den Batteriemonitor der Solarmodule bei Sonnenschein einfach nur sehr beruhigend. Auf Ladeoptimierungen der LiMa haben wir verzichtet und fahren damit sehr gut.

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b) Inverter für 220V Bordstrom
Durch einen glücklichen Umstand, Olaf, danke an dieser Stelle noch mal ganz ausgesprochen an dich!, ist der Inverter kurz vor Abfahrt doch noch auf unsere Ausstattungsliste gerutscht. Wir haben zwar nur 600 Watt zur Verfügung, doch dies reicht für unsere Zwecke vollkommen aus. Wir betreiben ihn hauptsächlich für unseren Mixer, die Mühle sowie zum Laden der diversen akkubetriebenen Geräte. Sicherlich nicht überlebensnotwendig, jedoch eine große Erleichterung im Bordalltag.

c) Bimini
Zum Schutz vor Sonne aber auch als Regenschutz und Feuchtigkeitsfänger ist ein Bimini einfach klasse. Wir haben es von Tag eins die ganze Fahrt über genutzt in der Ost-/Nordsee auf dem Atlantik und hoffentlich erst recht auch in der Karibik.

d) Beiboot u. Außenborder
Ein Beiboot ist für die Kinder dachte ich zu Beginn. Ja stimmt, das macht ihnen auch wahnsinnig viel Spaß. Darüber hinaus ist es schlicht der wichtigste Nabel aus der Angerbucht zu andern Booten vor allem aber zum Land.
Wir haben uns zunächt für ein 240cm Rib Boot und einen 10 Jahre alten 2-Takter entscheiden. Das Rib ist eine gute Wahl, da es bislang jeden noch so harten Stoß an der Unterseite gut wegsteckt. Wer mehr Platz an Deck hat sollte bei 5 Personen besser auf  eine größere Version setzen. In der Karibk haben wir festgestellt, dass ein Dinghi um 3m einfach wesentlich besser läuft und uns ein 310cm Rib von Walker Bay in Hyphalon zugelegt. Unser 5PS 2-Takter läuft leise und hat für den normalen Gebrauch Kraft genug, zu zweit ist soger gleiten möglich. Vorteil ist, dass ihn jeder Mechaniker in der noch so abgelegensten Ecke reparieren kann und er zudem leichter als der 4-Takter ist.

e) GPS – Tracker
Trotz MarineTraffic.com sowie diverser kostenfreier Routentracker ist ein GPS Tracker gerade auf den längeren Passagen für die daheimgebliebenen spannend. Während MarineTraffic außerhalb der Küstenzone den Kontakt verliert, liefert der GPS Tracker per Satellit auch auf den abgelegensten Strecken seine Positionsdaten. Sehr beruhigend. Wir haben auf einen Spotfindme der ersten Generation gesetzt. Dieser ist für 50Euro bei Ebay erhältlich und wird um einen Jahresvertrag ca. 120 Euro ergänzt. Andere Hersteller wie Yellowbrick oder auch InReach haben funktional deutlich mehr zu bieten, kosten jedoch auch ein Vielfaches.

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f) WLAN Antenne von Alfa

Internetnutzung im Hafen gehört zum Tagesablauf wie Zähneputzen. Zur Verstärkung des Signals haben wir uns beim WLANShop24.de eine Rundantenne sowie einen kleinen Router für bummelige 100€ gekauft. Dieser lässt sich einfach vom iPad aus in das jeweilige Hafen-WLAN einbinden und verteilt das WLAN Signal damit auf dem Schiff. Vorteil: es muss nur einmal je WLAN Netzt konfiguriert werden, da die vorhandenen Endgeräte (iPad, iPhone, PC) nur einen Zugang zum Router benötigen und dieser bleibt ja konstant. Für knapp 100€ erhält man eine Lösung die im Hafen und manchmal auch von Ankerplätzen aus funktioniert. Sie hat jedoch auch ihre geographischen / physikalischen Grenzen und kann keine Netze in 500m Entfernung oder gar weiter aufbauen. Wenn mehr Geld zur Verfügung ist, sollte man besser in eine höherwertige Lösung investieren.

g) Windfahne / Windpilot
Windfahne von Windpilot.com Peter Foerthmann ist für Fahrten mit kleiner Crew und weite Strecken eine große Hilfe. Die Anlage ist geräuschlos, verbraucht keinen Strom und ist fast wartungsfrei. Auf längeren Touren von mehr als 2  Stunden ist unser „Peter“ immer im Einsatz. Top Produkt mit erstklassigem Service! Spätestens ab La Coruna ist der Windpilot in jedem Hafen präsent und gibt ein gutes Gefühl – „Wer hat’s erfunden …. der Hamburger Peter Foerthmann“

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h) iPad App von Navionics, Reeds, Imray Pilotage Guides
Ergänzend zu den Imray Seekarten die wir an Bord haben, die ich auch nicht missen möchte, ist das iPad mit der Navionics Software das meist genutzte Navigationsmittel. Grobtörnplanung inkl. Gezeitenermittlung, Strömungsermittlung und Routenplanung  ist einfach möglich. Ergänzt und unerlässlich sind der Reeds Nautical Almanch sowie vernünftige Revierfüher wie die aus der Imray Reihe. Viele wunderschöne Buchten hätten wir ohne die Imrays nie gesehen.

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i) Wetterdaten
Während der letzten Monate ist die Trefferquote der Meteorologen gefühlte 99% gewesen. Bis auf wenige Ausnahmen, die meist durch lokale Effekte zu erklären sind, hat die Vorhersage prima gestimmt. Wir verwenden einerseits die kommerziellen Daten von Wetterwelt.de sowie die iPad App WeatherTrack. Mit letzterer sind auch die Daten von Wetterwelt lesbar, was sehr nett ist.

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j) Parasail.at – Wingaker
Unser Passatsegel bzw. Raumwindsegel ist ei Parasail – Wingaker. Das Segel hat sich sehr bewährt auf der Atlantiküberfahrt, wir setzes es bei jedem etwas längeren Schlag von 2h aufwärts, wenn es der einfallende Wind und die Windstärke zulässt. Unser 112qm großer Wingaker fliegt in Wellen ab 8Kn, auf Flachwasser bereits bei 5kn. Wir lassen in bis 25kn stehen, dann wird es zu sportlich und wir für uns zu ungemütlich als Cruiser.
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