Tag 6 – Donnerstag – Marlin am Haken

Was für ein Highlight der bisherigen Überfahrt. Zum einen scheint mal wieder die Sonne und lädt zum Bad unter der Heckdusche ein, ferner kommen wir weiter sehr gut mit dem achterlichen Wind voran. Leider hat es nun auch Nette mit der Grippe erwischt. Nachdem ich gestern mehr oder weniger außer Gefecht war, trifft es nun Nette. Schön dass die Kinder sich so gut selbst beschäftigen und einen Block (Segelzubehör) als Robotor umfunktionieren.

Auch die Probleme mit der Leinenführung für das Parasail sind gefixt, doch uns fehlt noch Kraft für derartige Manöver. Schade, denn zu unser Backbord Seite zieht gerade eine weitere Segelyacht davon, ebenfalls mit bunten Segeln bestückt und daher ratz fatz unterwegs.

So genießen wir heute die Naturerlebnisse. Neben einem traumhaften Sonnenaufgang hatten wir heute ca. 20 Delfine zu Besuch. Viel kleiner als die die wir bisher kannten, und zudem gepunktet, so dass eine Ähnlichkeit mit einer Robbe besteht. Wir hatten über die Reise schon so häufig Besuch von diesen freundlichen Geschöpfen und doch wird es nie langweilig ihnen bei ihrem Treiben zuzuschauen. Eine endlose Eleganz und Anmut begleitet sie, wenn Sie das Boot zum Spielobjekt umfunktionieren. Ob an der Bug- oder Heckwelle, neben, unter oder sonstwo, sie flitzen einfach nur flink an uns vorbei bzw. halten manchmal an, um dann ebenso abrupt und elegant wieder zu beschleunigen.

Der Oberhammer war jedoch wohl der Fischbiss, nicht Fang, den Lasse an der Angel hatte. Dem Geräusch nach war klar, dass es etwas größeres sein musste.

Während in solchen Fällen stets der Skipper zur Angel schreitet, um mit unbändigen Kraft und unnachahmlichem Geschick die Angel zu führen, so war diesmal nichts dergleichen möglich. Ein kurzer Prüfdruck auf der Spule machte deutlich, wer hier der Chef im Ring ist. Zeitweilig kam der Fisch wieder näher auf das Boot zu so dass die Leine ein paar Meter eingeholt werden konnte. Doch dann hatte der Kollege wohl endlich genug des Spieles.

Ca. 30 m hinter der ANNE stieß er erst quer und erzeugte eine Fontäne, die wir trotz der 2-3m hohen Wellen deutlich sehen konnten. Dann, bevor er sich losriss, zeigte er nochmal mit einem galanten Sprung nach vorne sein Gesicht – ein MARLIN ca. 2-4 Meter lang und mit einer imposanten Nasenspitze ausgestattet. Diese Kraft die er förmlich ausströmte zog alle – Lasse, Neele und Stefan – in den Bann die es gesehen hatten. Unglaublich was für Tiere um uns herum leben und wie anmaßend, dass wir einige von ihnen wirklich fangen wollen. Diesen Burschen würden wir selbst mit der besten Ausrüstung der Welt nicht fangen wollen.

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