Porto – Südliche (fehlende) Winde behindern die Weiterfahrt

Seit nunmehr zwei Tagen sind wir hier in Porto in der Douro Marina. In sportlicher Laufnähe liegt das Herzen von Porto entfernt. Trotz des fehlendes Windes bei der Herfahrt wurde deutlich – wir sind am Atlantik angekommen. Bereits kurz nach der Ausfahrt in Baiona fuhren wir in eine dichte Nebelwand ein, die uns fast den gesamten Tag erhalten blieb. Nur ca. 4 der insgesamt 10 Stunden konnten wir mit guter Sicht zurücklegen. Weite Teile hatte der Atlantik für uns in eine dichte Nebelwand mit Sichtweiten von nicht mehr als 200-500m eingehüllt. In solchen Momenten hilft der Einsatz eines Radars schon sehr, da es vor bevorstehenden Hindernissen akustisch und visuell warnt. Sogar die vielzähligen Bojen der Fischernetze wurden uns teilweise angezeigt. Wie gut, dass wir diese Strecke nicht unter erschwerten Wind- und Wellenbedingungen zurücklegen mussten. Die Fahrt auf teilweise spiegelglatter See ähnelte eher dem Altwarmbüchener See, denn dem Atlantik. Gut, dass wir einen starken Motor, einen großen Dieseltank und uns nicht zu schade sind, beides wenn erforderlich auch intensiv zu nutzen. Das es auch anders geht, haben uns Uwe und Dorothea von der Aquaria sowie Jürgen von der Delfin in Baiona gezeigt. Beide Schiffe navigieren fast ausschließlich klassisch, also mit Lot, Logge, Kompass und von Zeiten auch mal mit dem Hand-GPS. Uwe und Dorothea haben ferner einen Elektromotor an Board, den sie fast ausschließlich für An- und Ablegemanöver nutzen. Meinen Respekt an solche Segler und im Speziellen, wenn sie dazu noch Einhand unterwegs sind. Ich für meinen Teil bin jedoch froh, dass wir einen ordentlichen Motor für spezielle Momente haben.

Die Ansteuerung von Porto war so ein Moment. Zum Glück hatte sich der Himmel aufgeklart und uns einen traumhaften Sundowner im Rücken präsentiert als wir den Fluss Douro anliefen. Die Karte hatte uns bereits seelisch auf die seichten Stellen des Flusses und das ablaufende Wasser eingestellt. Bei nahezu null Wind baute sich dennoch ein beachtlich steile ein Meter hohe Welle auf. Trotz hoher Motorleistung fuhren wir über Grund gerade einmal 2-3kn. Als dann kurz vor der Hafenansteuerung der Marineiro mit einem 115 PS Schnellboot auf uns zu feuerte, waren wir geistig „save“. Mit fast 20 Grad Vorhaltung (also Boot gegen die Strömung drehen und fast quer auf die Hafeneinfahrt zu manövieren) trafen wir gegen den Strom auch sicher die Hafeneinfahrt.

Der nächste Tage war Porto gewindmet.
VORSICHT START IRONIE EINES ALTHAMBURGERS:
Nette und ich sind in einem Portweinkeller versackt, es war wunderschön, der Wein auch. Die Kinder haben uns später erzählt, dass die Stadt wunderschön ist, wir werden dies morgen mal überprüfen.
IRONIE ENDE.

1000sm liegen nun Luftlinie zwischen Steinwedel und uns. Schon irre, wenn man bedenkt, dass wir vor einem Jahr noch nicht mal einen schiffigen Untersatz hatten und nun mit ANNE, das weit uns breit schönste Schiff haben. Dagmar und Jens von der GarliX, bitte bezieht dies auf den Moment nach Eurem Auslaufen, es war schön Euch getroffen zu haben. Das gemeinsame Gläschen holen wir alsbald nach, bitte vergesst bei Abfahrt nicht Euren Rocna Anker zu werfen, damit wir am Samstag eine realistische Chance haben Euch vor Lissabon wieder zu erreichen ;-).

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