Figueira da Foz – Regentage verändern den üblichen Tagesrhythmus

Seit gefühlten 48h regnet es hier in Portugal, und damit definitiv mehr als in den gesamten zweieinhalb Monaten zuvor. An Weiterfahren ist noch immer nicht zu denken, da der Wind beständig mit 5-6 Windstärken gegenan bläst. Gestern konnten wir ein wagemutiges englisches Segelschiff beobachten, welches die sichere Hafeneinfahrt verlassen hatte, um nach Norden weiterzufahren. Wir betrachteten die Ausfahrt von der Hafenmole aus und hätten um nichts in der Welt mit diesem Segler tauschen wollen. Bereits beim Erreichen der Flussmündung standen ihm Wellen mit 2-3 Meter Höhe entgegen, weiter draußen stiegen diese gefühlt auf 4-5 Meter an. Schwierig aus der Ferne von einer erhöhten Mole aus exakt zu sagen wie hoch die Wellen weiter draußen waren. Da der Mast jedoch zeitweise bis fast zur ersten Saling von Wellenbergen verdeckt wurde, so ist klar, dass dies weit mehr ist, als wir bislang selbst erleben durften.

Der heutige Tage wurde fast ausschließlich im Schiff verbracht. Schiff hört sich irgendwie gewaltig an. Wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass die Grundfläche unseres Schiffes ca. 28qm misst, wenn man die Betten und die Stauräume mal abzieht, dann verbleibt vielleicht großzügig gerechnet noch die Hälfte, also ca. 14qm nach der ersten Hochrechnung. 14qm für eine 5-köpfige Familie… ist, richtig, pro Kopf weniger als zu Hause die lieben Meerschweinchen an Platz zugestanden bekommen (Landmaß nicht Städtemaß ;-). Von 140 qm auf 14qm (Carsten, du magst mir verzeihen, dass ich von Enge spreche. Ich finde es großartig was ihr zu fünft schon auf Euren knapp 10m erreicht habt und euch vielmehr noch vorgenommen habt. Mein Schminkköfferchen braucht aber einfach seinen Platz 😉 st schon eine Umstellung. Diese klappt jedoch erstaunlich gut, da diese Enge ja meist nur für eine begrenzte Zeit der Fall ist. Üblicherweise können wir das Cockpit, das Vordeck und manchmal ja auch das Meer mit „bewohnen“. Heute aber nicht.
Deshalb haben wir uns mit dem Regenprogramm beschäfttigt, was zunächst einmal Schule hieß, dann ein paar Runden Romme Cup spielen sowie ein paar Basteleien am Schiff. Zusammen mit Torge habe ich es endlich geschafft, den Wasserfilter anzuschließen. Keine große Sache, doch zusammen mit Torge eine tolle Arbeit die viel Spaß gemacht hat. Am meisten haben wir uns gefreut, als am Ende an der Spüle tatsächlich auch wieder Wasser ankam, welches auch keinen Chlorgeschmack mehr aufwies.

Ferner haben wir die Kontakte zu den zwei englischen Schiffen intensiviert. Die Kinder gehen zusammen in den trockenen Phasen zum Strand, beschäftigen sich mit gegenseitigem Boote vorstellen oder Fachsimpeln was die jeweilige Angelausrüstung angeht. Während die eine Crew ins Mittelmeer weiter will, wird sich die andere im Rahmen der ARC (Atlantic Ralley for Cruisers) Mitte November in Richtung der Karibik aufmachen.
Wir für unsere Teil haben neben Lissabon als weiteres Ziel Madeira bzw. zunächst die vorgelagerte Insel Porto Santo im Blick. Der Schlag nach Lissabon ca. 100sm sollte Dank der sich für kommende Woche angekündigten Wetter- und Windänderung dann wieder problemlos machbar sein. Ggf. werden wir noch einen Zwischenstopp einlegen, da wir wenn möglich ein Ankommen in der Nacht vermeiden wollen.

Die Überfahrt nach Madeira hingegen wird wegweisend für die weitere Planung sein. Dank unseres guten Gespürs haben wir was die Proviantierung angeht, „keinerlei“ Herausforderungen mehr. Die Kinder haben die ideale Langfahrtenwurst endeckt, haltbar bis 15.3.2019 und geschmacklich so abgemischt, dass keine Gefahr droht, dass Papa oder Mama die Vorräte plündern ;-). Na dann Ahoi!

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5 Gedanken zu „Figueira da Foz – Regentage verändern den üblichen Tagesrhythmus

    1. Moin Lasse,
      absolut, wir überstürtzn nix. Gestern kam ein schwedisches Schiff nach ein paar Stunde zurück, da es draußen einfach zu ungemütlich war.
      Heute scheint wieder die Sonne und wir werden etwas Kitefliegen gehen am Stand! Bin gespannt, wann ich mal wieder die Füße in die Schlaufen stecken kann ;-), war bislang nie der richtige Moment und mit 25 Grad einfach auch noch viel zu kalt ;-)))

      Cu
      Stefan

    1. Moin Olaf,
      schön von dir zu hören! Inzwischen ist Wetterbesserung eingetreten. Wenn jetzt noch unser Päkchen ankommt (Mo/Di) dann geht es weiter gen Lissabon. Schöne Grüße in die Heimat und wir freuen uns immer wenn wir den Inverter nutzen können- eine tolle Bereicherung an Bord!

      Die 5 Ws

  1. Hi zusammen, wir nehmen auch an der Atlantic Odyssee teil und amüsieren uns auch in Portugal bei wechselhaftem Wetter innerhalb des Bootes. Freuen uns auf Samstag, wenn es weitergeht entweder nach Madeira oder doch direkt Richtung Lanzarote.
    VG Angelika mit Bernhard
    Felix (5) und Alex (3) auf SY Vida

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