Cuxhaven – ANNE erreicht heimische Gefilde

„Papa, warum sind denn hier soviele deutsche Schiffe?“, fragt Neele, als wir den Hafen von Cuxhaven erreichen. „Nun, mein Schatz, das liegt daran, dass wir fast schon wieder zu hause sind, hier sind wir erstmalig wieder auf deutschem Boden“, erwidere ich ihr. Große Augen macht sie: „Wie, dann ist unserer Reise schon zu Ende?“ sagt sie und rollt dabei so wunderbar mit ihren blauen Augen.
Ja und nein, wir sind fast schon wieder zu Hause, noch nicht im Heimathafen ‚Heiligenhafen‘ aber nicht wirklich weit von hier. Zu Ende ist der Traum damit aber noch lange nicht. Die letzten 170sm die wir seit Makkum in gut 30h zurückgelegt haben, hatten es nochmal in sich. 15° kalte meist nasse Luft haben uns ein anstengendes Ankommen beschehrt. Nicht umsonst heißt es, wer im Englischen Kanal segelt, kann überall auf der Welt segeln. Die Anzahl der Verkehrsschiffe die wir auf dem Weg sehen ist beeindruckend. Auch hier wieder einmal eine gutes Gefühl, technisch mit AIS ausgestattet zu sein und so viele Schiffe bereit weit vor dem Insicht kommen „sehen“ zu können. Die Großschifffahrt stellt erneut keine Probleme da, jeder hält sich an die Spielregeln und mögliche Kollisionskurse werden frühzeitig durch Richtungsänderung um ein paar Grad endschärft. Lediglich die hohe Anzahl an Tonnen auf dem Weg zur und in die Elbe rein, fordern uns ständig. An Schlaf während der Wache ist auch hier während der letzten Nacht nicht zu denken. Das dies eine reale Gefahr ist, erzählt uns Norbert, der seit 4 Wochen in Cuxhaven und Umgebung liegt, weil sein Schiff unfreiwilligen frontalen Kontakt mit einer Kardinalstonne hatte. Zwar kein Wassereinbruch im Schiff, wohl aber ein aufwendiger und teurer Schaden am Bug seines Schiffes. Nur gut, dass es für solche Fälle Versicherungen (Pantaenius) gibt, auf die man sich verlassen kann.
Das Willkommen in Cuxhaven ist, abgesehen vom schrecklichen vorherbstlichen Wetter, phänomenal. Wir treffen die PALOMA LEGATO samt Crew, die ihre Reise jüngst angetreten haben.
Marc-Anton, Nicoletta, die gesamte ANNE Crew wünscht Euch die Zeit Eures Lebens, allzeit Fair Winds und lasst uns über Euren Blog vielleicht ein wenig an Euren Törn teilhaben, sodass wir dem nordeutschen Winter zumindest gedanklich entkommen können.
Danke allen für die netten Grüße und Glückwünsche über die Ankunft in Good Old Germany, wir haben uns wieder sehr darüber gefreut. Sogar die Lokalpresse aus Cuxhaven hat sich bereits auf der ANNE gezeigt, der Artikel wird Blog verlinkt, sobald wir ihn haben.

Wie gehts weiter:
Bis Freitag verweilen wir hier in Cuxhaven, um dann nach Glückstadt zu schippern. Von dort laufen wir wie schon geplant am Samstag den 1.8. gegen Nachmittag (ca. 15:00 Uhr) in den City Sporthafen ein, um dort das Wochenende zu verbringen. Am Montag geht es dann weiter nach Wedel wo wir die ANNE ausräumen und unseren „Hausstand“ in unser neues altes Heim wieder verfrachten. Warme Duschen, ein Bett, dass größer als unser Salon ist, sowie ein Sommer der wieder zurückkommt. Herrlich, wie sollt es schöner sein.

Wir freuen uns über jeden Besuch über das Wochenende hinweg und ein Anstoßen an Bord auf die letzten 13.000sm die wir in unserem Kielwasser gelassen haben.

6 Gedanken zu „Cuxhaven – ANNE erreicht heimische Gefilde

  1. Hallo ihr Lieben!
    Wie schön zu lesen, dass ihr wohlbehalten in der Heimat angekommen seid! Einige aufregende und auch anstrengende Tage liegen noch vor euch. Wir wünschen euch alles Gute und dass die Mutation zu Landratten gut gelingt!
    Viele Grüße von Antje und Ingo

  2. Hallo Ihr Lieben,

    wir freuen uns, dass Ihr nach so einem Abenteuer gesund und munter wieder in Eurem Hafen anlegen könnt. Unser Wiedersehen müssen wir leider etwas aufschieben, da wir wiederum am Donnerstag in den Urlaub nach Kanada fliegen. Bis zum Wiedersehen seid jedoch heute schon herzlich gedrückt 🙂

    Liebe Grüße
    Mirja & Andreas

  3. GLÜCKWUNSCH!!!
    Ihr habt ‚Atlantik-Rund‘ erfolgreich gesegelt. Eine tolle Reise geht zu Ende, aber die Erfahrungen und Erinnerungen bleiben.
    Seit Baiona haben wir begeistert Euren Blog mitgelesen und er wird uns schwer fehlen.
    Und Lasse, Nele und Torge wünschen wir einen Super-Start in der Schule!
    Es grüßt die AQUARIA-Crew Dorothea und Uwe
    aus dem sehr heißen Bercelona

  4. Das „Anstoßen an Bord“ müssen wir virtuell machen – wir sind ‚leider‘ auch noch noch im Urlaub unterwegs. Mich hätte es wahnsinnig interessiert wie es Euch nach einem Jahr Leben an Bord geht und wie 40 Füße Boot nach 1 Jahr Leben von innen und außen aussehen.

    Gibt es einen „Dia-Vortrag“ wenn Ihr in Euer bürgerliches Leben wieder zurück gekehrt seid ?

    In Gedanken bei Euch – Herzliche Grüße, Matthias

    1. Hallo Matthias,
      na aufgehoben in ja nicht aufgeschoben.

      Denke die ANNE sieht fast besser aus als vor der Abreise, alles prima. Suchst du immer noch ne chice 42er ;-))

      Beste Grüße von der ANNE

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