Aveiro – Gegen Wind und Welle

Nach intensivem Studium der Wetterkarte war klar, besser wird es die nächsten 14 Tage nicht mehr. Der beständige und für die Jahreszeit eher untypische SW-Wind macht die Weiterfahrt gen Süden für alle Segler auf der spanischen und portugiesisch Atlantikküste zurzeit schwer. Wenn es denn ’nur‘ gegenan bedeuten würde, könnte man sich damit arangieren. Da die portugiesische Küste jedoch berüchtigt für ihre hohen und steilen Wellen ist und wir ja selbst schon bei der Ansteuerung von Porto eine Ahnung bekamen wie schnell sich steile brechende Wellen bilden, waren wir vorsichtig bei der Weiterfahrt. Zu allem Übel hatte es gestern Abend auch noch Togi mit über 40 Grad Fieber erwischt.

Das Fieber legte sich über die Nacht, dank Nettes Wadenwickeln, so dass wir entschieden weiter nach Süden aufzubrechen. Dass Lissabon für uns nicht in einem Rutsch erreichbar war, stellte sich schnell heraus. Die Wellenhöhe war mehr als wir uns wünschten, so dass allen fünf schnell unwohl wurde. Die Kinder waren die Tapfersten von allen!

Erst nach einem Eintopf aus der Dose und einigen sonnigen Stunden auf See wurde das allgemeine Befinden besser. Für alle die hier noch lang wollen sei auch an dieser Stelle auf die vielzähligen Fischernetze hingewiesen. Eines davon haben wir heute erstmalig mitgenommen. „Papa, wir stehen“, „so’n Quatsch wir haben doch fast 10kn Wind..“, nach kurzer Bedenkzeit sahen wir das Seil der Boje, welches sich in unserem Kiel verfangen hatte. Zum Glück half eine spontane Wende, so dass wir ohne Tauchgang binnen 30 Sekunden freikamen. Dennoch ein blödes Gefühl mitten auf dem Atlantik außer Landessichtseite in der 2 m Dünnungswelle zu parken… .

Die Ansteuerung unser Ankerbucht in Aveiro verlief widererwartend problemlos. Diesmal war unser Timing mit auflaufendem Wasser besser, so dass sich keine Welle bildete, wir stattdessen mit der Flut mit teilweise über 10kn ‚reinsurften‘.
Dank des erneuten Fischfangs konnten wir den Abend ruhig beim Grillen ausklingen lassen und freuen uns schon jetzt auf die nächste Etappe auf dem Weg nach Lissabon. 😉

5 Gedanken zu „Aveiro – Gegen Wind und Welle

  1. Hallo Stefan – Hallo Crew de ANNE.

    Mit erschrecken habe ich leider erst heute einen technischen „Email-Umleitfehler-ab-damit-in-den-Spammailordner“ festgestellt und sofort richtig gestellt…. ! Sämtliche News der ANNE landeten dadurch ungelesen im Ascheimer – Asche auf mein Haupt.

    Eure Berichte und Dokus lesen sich sehr spannend… Man(n) wird richtig neidisch.

    Nun seit ihr schon kurz vor Gibraltar – unglaublich aufregend und voll mit neuen Dingen müssen eure Abschnitte gewesen sein. Die Fotos sagen viel über euer Erlebtes aus… weiter so 🙂

    Nachdem nun der Fehler im outlook besetigt worden ist, werde ich künftig meinen Senf dazugeben.

    Viel Spass und Freude weiterhin und sonnige Grüsse vom 11. Längengrad.

    Michael

    1. Hallo Micha,

      die Technik macht das Leben nicht immer leichter ;-). Dank Deiner super Installation genießen wir hier an Bord den Luxus von 220V, AIS auf dem Plotter, der AIS Watchbox die uns immer vor dicken Pötten warnt etc.. . Habe mich die letzten Tage mal mit dem NAVTEX beschäftigt, bin jedoch noch nicht glücklich damit. Vielleicht schenkst Du mir die Tage mal ne ruhige Minute.

      Werden die nächsten Tage hier im Hafen bleiben, haben ein super Umfeld mit Supermarkt mit frischen Waren sowie ein paar sehr nette Familien mit Kindern. Ferner bin ich nicht scharf darauf noch mehr portugisische Häfen bei SW anzulaufen. Heftig was sich hier bei fast null wind (10kn) an Welle vor den Häfen aufbaut.

      Schöne Grüße in das noch hoffentlich ne Weile sonnige Heiligenhafen.

      Stefan und die ANNE Crew

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