ANNE wieder im Hafen

Wir liegen wieder im Hafen von Arrecife. Zum einen ist unser Segel ja erst am morgen da, viel entscheidender ist jedoch die Wettervorhersage die sich zunehmend schlechter entwickelt hat. „Geduldiger Skipper hat immer guten Wind“ habe ich mal als Rat von einem erfahrenen Kapitän erhalten, als wir in Portugal festsaßen. Mit diesem Kredo sind wir bislang gut unterwegs gewesen und wollen dies beinhalten.

Dennoch war der Start wunderbar, wir haben an ca. 10ter Stelle die Startlinie überfahren, die Organisation der Atlantik Odyssey sehr gut und wir wären gerne weiter mit den anderen Schiffen gefahren.

Jetzt heißt es neue Pläne schmieden, das Wetter beobachten und dann mit dem nächsten stabilen Westwind auf über den Atlanik. Fair Winds allen, die heute gestartet sind!

Nachtrag 19:00 Uhr: Anbei ein Bild unser Gribfiles, dass ist die ‚Staukarte‘ der Segler. Gelb und Rottöne heißen – es wird ungemütlich, bitte meiden. Die Kunst bei so einer Wetterprognose liegt darin, den Kurs so zu wählen, dass man den Wind zwischen 120 und 180 Grad (schräg von hinten oder direkt von hinten bekomm) oder so schnell zu sein, dass man ‚entwischen‘ kann. Bei dem von mir unterstellten Reisetempo ‚drohte‘ uns ab Mittwoch Nacht eine saftige Packung von vorne. 30kn Wind sind nichts was ein seetüchtiges Schiff in Bedrängnis muss, aber eben kann, da der Wellengang sicherlich über 4m liegt. Da die Prognose südwestliche Winde vorsieht, ist fast nur ein Abfallen nach Südost oder gar Nordost Richtung Afrika sinnvoll, und damit eher weg denn hin zu Karibik. Ferner ist die Vorsage für Montag bis Mittwoch, ebenfalls südwestlicher Schwachwind, nicht ideal, da so de rare Diesel an Bord rasch verbrannt wird.

Rational bin ich absolut überzeugt, dass die Entscheidung richtig ist und wir solange wir uns das Wetter noch ‚aussuchen‘ können, rational entscheiden müssen. Da Donnerstag und Freitag jedoch noch so weit weg sind, ist mir eher zum Heulen zu mute. Kinder, wir werden die Karibik noch sehen, Kopf hoch alles wird gut!

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17 Gedanken zu „ANNE wieder im Hafen

  1. Hatte heute schon stündlich geschaut wo ihr denn nun seit und mich gewundert, dass euer Schiff immer noch im Hafen gemeldet ist. Ich denke ihr habt schon die richtige Nase für euren Wind und dass ihr Heil ankommen sollt is ja wohl klar. Wir sind bei euch und werden da oben für eine sichere Überfahrt ein gutes Wort einlegen.
    Arthur, Bruno, Sandy und Sascha

    1. Moin Saschen,

      um das gute Wort bitte ich wirklich, da warste wohl letzte Woche etwas nachlässig ;-).
      Also dann, für die nächsten Tage haste ja nochmal ordentlich Gelegenheit zum drücken ;-)))

      Alles Gute für Euch
      Stefan

  2. Liebe Annette (nn/ tt! 🙂 ) und Steff,

    eine weise gute Entscheidung, Hut ab für´s Ausscheren aus der Odyseey. Habe heute witziger Weise das Gleichnis von den Jüngern im Sturm gehört … Vertrauen ist eine gute Sache, bei der Entscheidung in See zu stechen sicher nicht der alleinige Ratgeber…

    Alles Gute Euch – es ist irgendwie ein gutes Gefühl Euch weiter in Europa … äh…… Afrika zu wissen! Grüße auch von David.

    Moni

    1. Hey Mon,
      danke für die Worte, passen sehr gut! Zu Afrika – das war ein weiterer Grund weshalb ich das nicht wollte. Eine Zwischenlandung in Afrika braucht unser Reisepass nicht wirklich. Ebola hinterlässt seine Spuren, d.h. beim Einklarieren kann ein längere Quarantänezeit drohen, wenn man in Afrika eingereist ist…

      Alles liebe
      Stefan

  3. hey ihr lieben,

    auch ich wollte gerade schauen, ob ihr nun schon gestartet seid und wo ihr euch gerade auf dem „großen teich“ befindet.

    gut zu wissen, dass ihr noch im sicheren hafen seid und nun die besseren winde und das neue segel abwartet. wer weiß, wofür das gut war… es wird sicherlich einen grund geben…

    lilli und ella haben sich übrigens sehr über euren ellenlangen bon amüsiert und ich ehrlich gesagt auch. möchte nicht wissen, welche summe am ende stand… 😉

    bin in gedanken bei eurem leckeren sushi-essen und freue mich schon auf eure nächsten blogeinträge mit traumhaft schönen karibikbildern…

    macht weiter so… es bringt spaß euch zu „folgen“!

    lg aus der trüben heimat
    kerstin

    1. Hallo Ihr Lahmänner und Lahfrau ;-),

      genau so ist es, sind gerade dabei Pläne zu schmieden. Die Wettervorhersage verhärtet bzw. bestätigt sich. Es wird ungemütlich ab Donnerstag auf den Kanaren, so dass wir gucken, was vorher noch machbar ist. Hoffen, dass dann im Anschluss eine Wetterbesserung eintritt.

      All the best to Steinwedel
      die 5 Ws

  4. Ihr Lieben,
    uns hat es auf unserem Weg nach Madeira mit 45 Knoten Wind in der Spitze und 35 Kmoten im Mittel hinter das Cap St. Vincente nach Lagos geblasen.

    Gratulation: Wieder mal alles richtig gemacht. Wenn Du erst draußen bist, ist keiner der schlauen Leute mehr da, die am Steg noch gesagt haben Hey, bisschen Wind, kein Problem. Laßt die Lemminge segeln und benutz weiterhin den gesunden Menschenverstand, auch auf die Gefahr hin, dass wir Euch noch einholen… 😉

    Handbreit alter Salzbuckel

    die Fünf von der Namastee

    1. Hallo Ihr 5,

      wow, das hört sich nicht gut an, was ihr da durchgemacht habt. Hoffe ihr und das Schiff seid wohl auf.
      Schade, dass es bislang mit einem Treffen nicht geklappt hat.

      Alles gute und sichere Weiterfahrt für Euch!
      Die 5Ws

  5. … wir verfolgen gespannt ‚Track the boats‘ und auch die Wetterentwicklung und finden es richtg gut, dass Ihr im Hafen seid!
    Uns sagte vor Jahren ein englischer Fahrensmann: „It’s better to be in the harbour wishing you were out there, than being out there and wishing you were in the harbour.“
    In diesem Sinne: Haltet die Ohren steif, die Karibik läuft nicht weg!
    Viele Grüße
    Dorothea und Uwe

  6. Hi stefan. Lange nicht mehr reingeschaut. Gute Entscheidung getroffen insbesondere weg Kinder und Material. Das zeichnet Leadership aus. War heute Abend beim Vortrag von Wilfried Erdmann zu deiner letzten nonstop gegenan. Hab da an euch gedacht. Nicht wegen gegenan, sondern für den mit ins Abenteuer aufzubrechen…..alles gute. Und irgendwann biste Inder Karibik. Nun lese ich mal weiter. Ciao Axel

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