Abschied nehmen ist schwer

Seit drei Tagen hat uns die Atlantik Odyssey Flotte im Hafen zurückgelassen, oder besser sind wir der Flotte nicht gefolgt. Das Ergebnis ist das gleiche – befreundete Schiffe suchen ihren Weg gen Westen während wir noch auf unser neues Vorsegel warten und vor allem allem auf besseres Wetter. Zu allem Übel sind zeitgleich auch noch die fünf Kinder der Pinut, von uns liebevoll „das Pipilangstrumpfschiff“ genannt für drei Wochen in die Heimat Schweiz gefahren. Die Crew der Pinut ist unseren Kids doch sehr ans Herz gewachsen. Stundenlange Rollerausfahrten in der Marina und gegenseitige Schlafbesuche haben die letzten Tage geprägt und uns Luft für die Vorbereitungen gelassen. Ronja, den nächsten Absatz bitte überspringen.
Ferner hat Torge eine richtig gute Freundin in Rahel gefunden. Die beiden schmeissen immer mit sehr vielen Spass Pappe, Plastik und Glas in die dafür vorgesehenen Container. Während unser zehntägigen Abwesenheit hatte Rahel für Torge ein volle Backskiste mit Müll gesammelt, den die beiden dann zusammen mit größter Freude entsorgten ;-).
Längst bekannt und doch immer wieder faszinierend: je mehr Kinder auf einem Haufen sind, desto weniger Streitereien gibt es. Jetzt sind nur noch wenig Kinder hier ;-). Die Crew Pinut lebt seit 1,5 Jahren auf dem Schiff und möchte diesen Zustand so lange aufrecht erhalten, wie es allen Spass macht. Zum Abschied gab es dann noch völlig überraschend ein Kinderbuch geschenkt ‚Artanela kann zaubern‚ welches zwei der vier Mädls Rahel, 6 und Seraina, 8
während der Zeit als die Pinut für Arbeiten im Trockendeck lag, erstellt haben. Pinuts, wir werden euch sehr vermissen und wohl wenig Chance auf ein Wiedersehen haben, da unsere Routen und Zeithorizonte einfach zu unterschiedlich sind.

Ansonsten haben wir noch nicht wieder unsere Mitte gefunden. Mit einem voll proviantierten Schiff im Hafen zu hängen und auf ein Päckchen zu warten, was gefühlt immer noch mindestens eine Woche entfernt ist, ist das eine. Den täglichen Status und das Vorankommen der anderen Achiffe via live Tracker auf de AO Website zu verfolgen, das andere.
Dennoch bereue ich nicht, dass ich den Wetterdaten Glauben geschenkt habe. Bislang passt der Forcast von Sonntag mit wenigen Änderungen sehr gut. Wie angesagt, muss das Feld zunehmend unter Motor dem leichten SW Wind gegenan motoren. Für morgen ist besseres Segelwetter angesagt, doch schon am Donnerstag Abend kann es ungemütlich werden. Bis auf zwei Yachten, die rechtzeitig dir geschützten Häfen auf Teneriffa und Gran Canaria angelaufen sind, bewegt sich der Grossteil Flotte auf dem offenen Atlantik und wird mit Wind und Welle
klarkommen müssen. Daumen drücken, dass der Wind vielleicht noch weiter nach Norden abzieht.

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Ein Gedanke zu „Abschied nehmen ist schwer

  1. Axel macht gerade seine Seaster für die ARC fertig – also wenn Ihr Euch auf den Weg macht und in Funkweite an Las Palmas vorbei kommt, dann könnt ihr ja Kontakt aufnehmen.

    Viel Erfolg mit dem Segel … und dann gutes Gelingen mit der Atlantiküberquerung !!

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