Abacos – Warten auf das richtige Wetterfenster

Seit nunmehr fast vier Wochen sind wir nun schon auf den Bahamas und genießen die unterschiedlichen Eindrücke der Inseln. Great Abaco überzeugt durch mannigfaltige Strände und weiterhin klares und seichtes Wasser. Im Gegensatz zur östlichen Karibik sind alles Insel pfannkuchenflach, lässt sich von den kleinsten Erhebung der Atlantik und das Karibische Meer aus sehen. Wir dürfen die Bahamas von ihrer ruhigen Seite aus erleben. Das Wetter der letzten Wochen ist ein Traum, nie mehr als 15kn und wenig Niederschlag, vielleicht ein bis zweimal in der Woche, viel weniger als auf den grünen Inseln Grenada, Dominica wo es jeden Tag mehrfach Schauer gibt.

Was sich in George Town, Great Exuma, bereits angedeutet hatte, setzt sich nun fort. Der überwiegende Großteil der Segler, die sich um uns herum befinden, sind Amerikaner. Dies ist in sofern komisch, als dass wir solch eine nationale Ballung zuletzt an der Deutschen Küste wahrgenommen haben. Wie es bei jeglicher Ballung so ist, nimmt man die Muster auf, die sich einem bieten. Auch bei den Amis gibt es solche Eigenschaften, die fast auf jedes Boot passen. Da wären als erstes die Generatorlaufzeiten zu nennen. Der Amerikaner an sich, hat es gerne komfortabel und ist sich daher auch nicht zu schade seinen Generator zur Stromerzeugung häufig und ausgedehnt einzusetzen. Das Brummen, welches sich gerne parallel zum Sundowner Geschehen um 19:00 Uhr einstellt und selten vor 21:00 Uhr verstummt, ist in den Buchten allgegenwärtig. Wahrscheinlich ist es uns an den sonstigen Ankerbuchten in denen wir häufig mit weit mehr Schiffen zusammenlagen einfach nur nicht aufgefallen, doch hier ist es so ruhig, dass schon der kleinste Generator wahrgenommen wird. Ach wie herrlich sind doch da unsere effektiven Solarmodule, die uns seit der Abreise von Lanzarote vor jeglichem Nachladen in Marinas oder per Motor bewahrt haben. Zugegeben wir haben keine Klimaanlage und auch keinen Gefrierschrank, so dass wir uns auch gar nicht vorstellen können, was so viel Strom verbrauchen kann, dass jeden Tag dafür der Generator laufen müsste. Weiter fällt uns auf, dass es schwerer ist mit dem Amerikaner an sich in vertiefte Gespräch zu kommen. Meist enden die Gespräche nach ein paar Floskeln „Hey, how you do’n? Great, asome, fantastic, see you“. So, wurden wir mehrfach auf unsere Herkunft und unseren Weg angesprochen, ernteten nach einer Antwort ein „Great, asome, fantastic, see you“ und weg war der Fragende.
Vielleicht liegt es auch an den Schiffen der Amerikaner, die wenig einladend aussehen, eher wie seglerische Festungen mit großen Kuchenbuden, die die Insassen vor jeglichem Windhauch und Sonne schützt. Außer dem obligatorischen „Hey, how you do’n?“ vernehmen wir auch am Pool, an der Marina Rezeption oder im Dinghi nicht viel mehr. Besser nicht tiefer einsteigen ist das Fazit der letzten vier Wochen, es wurde bislang nicht nachgefragt. Der Amerikaner an sich ist gern unter sich und hat recht wenig Interesse sich mit uns und unser Kinderbande auszutauschen. Nun, wir kommen damit klar, sicherlich haben wir über die letzten Monate unser gutes Benehmen abgelegt, andererseits ist dies in der jüngsten Vergangenheit unter den sonstigen Cruisern gar nicht aufgefallen, vielleicht weil die vielen anderen Weitreisenden um uns herum ähnlich anders waren ;-).

Was ist sonst noch passiert?
Wir haben in Treasure Cay einen der 10 schönsten Strände der Welt besucht, blasen jeden Abend zum Sonnenuntergang in unsere Conch Muschel in der Hoffnung das einer der Anwesenden Segler diesen Ruf erwidert, waren in Guana Cay in der weltbekannten Strandbar Nippers Zeuge was ein wenig zu viel Alkohol mit den sonst so anständigen Amerikanern anstellen kann, genießen in Treasure Cay den wahrscheinlich besten kostenfreien Ankerplatz innerhalb einer Marina, bewundern den 19. Jahrhundert Flair der Straßenzüge von Green Turtle Cay und beobachten täglich die Entwicklung des Wettergeschehens rund um Bahamas – Bermuda.

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