Archiv für den Tag: 7. Mai 2015

ANNE erreicht Bermuda

Bereits über 80sm vor Bermuda können wir die Verkehrsleitfunkstelle Bermuda Radio schon über UKW Funk hören. Jede sich annähernde Yacht wird angefunkt und über ihr geplantes Ziel befragt. Uns erreicht der Funkruf gut 35sm vor Bermuda: „Sailing Vessel ANNE, ANNE, ANNE, this is Bermuda Radio, over!“. Was folgt ist ein kurzes Funkgespräch in dem der Traffic Controller uns auf Bermuda begrüßt, ferner wissen möchte, wohin wir beabsichtigen zu fahren und ob wir Seekarten zwecks sicherer Navigation an Board haben. Nachdem wir dies bestätigen plaudern wir noch über die geplante Ankunftszeit in George Town und dass wir die Ansteuerung im Hellen sicherlich ohne Probleme bewerkstelligen können. Wir verabreden uns in 30sm erneut zu melden, um dann weitere Details zu erhalten. Man könnte voreilig meinen, dass hier vielleicht zu viel Vorsicht walten gelassen wird, besonders wenn man die exzellente Betonnung des Fahrwassers vor Ort kennt. Doch die Ansteuerung von Bermuda kann auch ganz anders laufen, nicht so ideal bei zwei Windstärken und im Hellen wie bei uns. Paul von der Thumi erzählt auf den Bahamas begeistert wie er im vorletzten Jahr gegen 00:00 Uhr die Ansteuerung bei Starkwind bis 8 Beaufort nehmen musste und ihn der Traffic Controller eine perfekte Radarberatung verpasste.
Auch uns half der Kollege sehr, als wir den Customs Pier, bereits in der Bucht angekommen, suchten: „I can see you, your have to turn, behind the yellow building, customs, there is a pier where you can tight up. But don’t take the first pier on your portside, the wooden one is defect, over.“ Ah, danke, das ist ja besser als ferngesteuert ;-). Das „Belauschen“ weiterer Funkgespräche macht deutlich, dass die Funkleitstelle ihren Job ernst nimmt. Ein Segler wird zu Recht ermahnt, nachdem er sich erst nach wiederholter Ansprache meldet und als Entschuldigung bereitwillig offenbart, dass er seine Funke gar nicht an hatte… . Ein weiteres Gespräch wird mit einem Schiff auf der Nordwestseite der Insel geführt. Nach kurzer Rücksprache bestätigt der Schiffsführer, dass er den Weg bewusst wählt und sich strickt ans Fahrwasser hält. Die vielen Riffe auf der Nord- und Westseite von Bermuda die sich bis zu 10sm weit von der Küste hinaus ragen sind tückisch, daher Daumen hoch für diesen Service!

Nun liegen wir nach anstrengenden 7 Tagen zufrieden in den Kojen und werden mal wieder seit langem morgen ausschlafen. Netter Weise liegen ebenfalls seit gestern die ROTE GRÜTZE und die LUBINI sowie seit heute Jonathan und Clarissa von der TAKAMAKA hier vor Anker. Also ein tolles Wiedersehen steht in den nächsten Tagen an.