Archiv für den Monat: April 2015

Going East und Abacos, letzte Eindrücke

Noch immer schlägt das Wetter so manche Kapriole. Zusammen mit der SANDY FEET, einer australischen Crew auf einem Traumkatamaran (Lagoon 450) haben wir gestern einen schönen gemeinsamen Schnorchelausflug zum Whale Cay unternommen. Etwa 5sm vor der geschützten Bucht in Treasure Cay, in die wir zwischenzeitlich aufgrund des sich anbahnenden Starkwindes verholt haben, liegt die winzige unbewohnte Insel Whale Cay. Auf der Lagoon können wir ganz andere Regionen entdecken, als das mit unserem langen Kiel möglich wäre. Unweit des Ufers fällt der Anker und die Crews der ANNE under SANDY FEET, machen einen ausgedehnten Schnorchelstop. Andy, Laura, Nathalie und Aleksa sind ausgezeichnete Schwimmer. Doch die Crew der ANNE hat auch ihre Schwimmhausaufgaben gemacht und schnorchelt ohne Furcht bei ca. 15kn Wind einige hundert Meter gegen die ca. 50cm hohen Wellen gegen an. Andy, ein Experte was Speerfischen angeht, fängt uns einen Feuerfisch, einen Drückerfisch und einen Snapper binnen weniger Minuten. Aus nächster Nähe beobachtet Lasse das Treiben und wünscht sich, wir hätten diese tolle australische Crew bereits viel früher kennengelernt. Schnell spricht sich am Riff herum das Frischfisch verfügbar ist. Ein ca. 1,5m langer und sicherlich 25cm dicker Barrakuda kommt immer wieder bis auf wenige Meter an die Gruppe heran, in der Hoffnung vielleicht etwas vom Fisch erhaschen zu können. Doch Andy ist ein Profi, schnell bringt er den Fang ins sichere Dinge, sehr schnell kommen sonst diverse Haie aus den angrenzenden Riffen angeschwommen, um ebenfalls ihren Zoll einzufordern.
Nach zwei Stunden brechen wir den Ausflug abrupt ab. Ein Gewitter zieht urplötzlich auf und übersät die angrenzende Bucht nördlich von uns mit unzähligen Blitzstößen, die eine bisher unbekannte Intensität haben. Wie im Physikunterricht entladen sich die Blitze in gefühlt sekundenanhaltenden Ergüssen ins Meer. Auf dem Rückweg zeigt die Lagoon ein wenig ihrer Segelqualitäten. Waren Katamarane vor Jahren noch als „segelnde Wohnwagen“ verschrien, so hat sich dies durch die modernen Designs vollkommen überholt. Nur unter Genua segelt die Lagen auf 90 Grad am Wind mit beeindruckenden 7,7kn. Doch das Segelvergnügen ist von kurzer Dauer. Sintflutartige Regenfälle, Winddreher um 180 Grad und kalte Luftmassen stürmen auf uns ein. Sicher in der Bucht angekommen, freuen wir uns, dass die ANNE unversehrt an ihrem Platz liegt. Mindestens zwei der ansässigen anderen Segler kämpfen mit ausgebrochenen Ankern im Starkwind um bzw. mit ihrem Schiff. Den Vogel schießt ein Charterkatamaran ab. Seelenruhig sitzt die Crew im Trockenen, unweit des vielleicht 5m entfernten Landes. Der Anker ist gerutscht und so langsam verfällt die Crew in Aktionismus. Gar nicht so einfach bei ca. 25kn auf die Nase sich aus dieser Zwickmühle zu befreien. Wieder ist Andy zur Stelle und bringt per Dinghi seinen Zweianker aus und bringt dem Charterkat damit das rettende Seilende rüber. Man kann der Crew des Kats nicht mal einen Vorwurf machen. Die Ausrüstung des Ankergeschirrs auf den Charterkatamaranen kann einfach nur als ungenügend bezeichnet werden. Bei 2-3 Windstärken ist das kein Problem, wohl aber aber 6 Bfd. und aufwärts.
Der Abend klingt entspannt beim gemeinsamen Mahl der Fische aus. Nicht nur Fischen kann der Andy, sogar auch kochen! Der Abend verläuft kurzweilig und super sympathisch. Wir lernen viele über Hai und wie man sich mit Ihnen verträgt bzw. wie man sich verhält bei Begegnungen mit ihnen. Leider hatten wir nur auf Great Exuama einen Riffhai zu Gesicht bekommen, die Erzählungen und Bilder von der SANDY FEET machen Lust auf Meer.
Für alle „Nachreisenden“ – nehmt Bimini mit auf die Agenda, dort gibt es eine üppige Anzahl von Riff- und Hammerhaien. Ferner ist das Fischvorkommen außergewöhnlich hoch, schade, dass wir es nicht sehen konnten.

Was ist sonst passiert:
Torge ist jetzt sieben Jahre alt, danke allen für die lieben Mails und Videobotschaften, Torge hat sich sehr gefreut!
Das Wetter sieht so aus, dass wir am 30.4. starten können!
Schule läuft richtig gut!
Schnorcheln am Riff vor Marsh Harbour ist „outstanding“, hunderte von Fischen schwimmen dicht (20cm) um uns herum

Entspannte Überfahrt von Treasure Cay zu Green Truttle Cay (New Plymouth)

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Guana Cay mit einem der schönsten Strände der Reise
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Wir baten einen lokalen Künstler uns ein unvergessliches Andenken von uns selbst zu schaffen und waren nicht ganz so zufrieren mit dem Ergebnis;-)
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Leckerer Conch Salat wird uns fehlen
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New Plymouth, hier soll die Zeit vor 100 Jahren stehen geblieben sein
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Auf gen Osten
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Abfahrt – Ok wir lassen das mal lieber

Wir sagen die Abfahrt für heute dann doch lieber ab. Nach dem letzten Wetterbericht, siehe angefügten Screenshot würden wir bis Donnerstag / Freitag sehr gut durchkommen. Auf den letzten 100sm könnte es dann jedoch dicke kommen, Böen bis 10Bfd, das lassen wir dann mal lieber sein.
Also umplanen und mal sehen, was wir mit dem vollproviantierten Schiff die Tage so anstellen können.

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Herbert, Tine,

Happy Birthday, möget ihr beide weitere gute, gesunde 43 Jahre vor Euch haben ;-). Ich weiss, bin ja auch noch dies Jahr dran… .
Die 5Ws

Auf ein Wiedersehen Bahamas – Bermuda wir kommen

Die Lasagne ist vorgekocht, Wasser und Diesel sind gebunkert, Brot ist gebacken, gut gegessen haben wir allemal, an Deck und unter Deck herrscht Ordnung, der Riggcheck wird noch folgen, das Dinghi muss ebenfalls noch verstaut werden. Kurzum – wir sind fast fertig vorbereitet für den langen Schlag zu den Bermudas. Nun muss nur noch das Wetter mitspielen.

Während der letzten Wochen war das Wettergeschehen vor der amerikanischen Küste und der Bereich um die Bermudas geprägt von massiven Fronten und Stürmen die pausenlos vom Festland auf den offenen Atlantik rauszogen. Gerne auch noch mit ständigen Winddrehern, sodass es häufig Wind aus Nord-Ost gab. Nicht ideal, wenn man sich genau in diese Richtung für ein paar Tage aufs offene Meer hinauswagen möchte. Der lokale Wetterpapst Chris Parker spricht davon, dass ab Anfang Mai ein neuer Trend mit Winden aus Ost anbrechen könnte…. . Sofern der Wetterforcast sich nicht grundlegend ändert werden wir morgen Sonntag in See stechen. Je nach Wetterentwicklung legen wir entweder direkten Kurs auf Bermuda an, 740sm, oder werden zunächst bis Mitte der Woche erst mal Ostkurs fahren. Trotz der längeren Strecke von 100s, könnte sich dieser Weg lohnen. Unser Kalkül ist, vermeintliche Tiefdruckgebiete die vor Bermuda liegen, dann mit achterlichen Wind aussteuern zu können. Wir werden es sehen.

Sobald wir losfahren, gibt es ein kurzes Ahoi, damit ihr Bescheid wisst.
Unseren Weg kann man übrigens weiterhin unter ‚POSITION‘ sehen. Auch über SMS während der Fahrt freuen wir uns. Diese sind unter dem folgendem Link kostenfrei zu versenden: http://messaging.iridium.com
Unsere Iridium Nummer könnt ihr dem Kontaktformular unter ‚KONTAKT‘ entnehmen.