Archiv für den Tag: 25. Februar 2015

St.Barts, St.Martin – Reich und schön in Teilen

Von Barbuda bis St.Barts sind es 60sm. Da wir im Hellen ankommen wollen, laufen wir die 10 stündige Fahrt komplett mit Motorunterstützung. Aufgrund der schlechten Befeuerung in der Karibik, wollen wir Nachtfahrten nicht in Küstennähe wahrnehmen und setzen alles dran, im Hellen zu starten und anzukommen. Dank unseres starken Motors sind die 60sm kein Problem. Bei guten 1800 Umdrehungen / h ist das Motorgeräusch nur im Hintergrund zu hören, nervt einzig der Abgasgestank, der durch den achterlichen Wind in unser Cockpit getrieben wird.
Wir ankern vor der Stadt Gustavia und setzen mit dem Dinghi über. St.Barts ist eine französische Insel und vollgespickt mit den Reichen und einigen Schönen auf ihren Superyachten. Dennoch hält man es hier auch als Normalo sehr gut aus. Abgesehen von den horrenden Cappuccinopreisen an der Promenade, mit denen man umzugehen lernen muss (entweder Saft trinken, oder in der zweiten Reihe beim Bäcker Café trinken), versprüht St.Barts eine sehr nette fast mediterrane Stimmung. Unzählige Cafés und Boutiquen säumen die Straßenzüge. Dennoch hält sich das Kapital im Hintergrund und präsentiert stattdessen eine gelöste Atmosphäre. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und den zweiten Capucho an Bord getrunken ;-).-
Die folgenden zwei Tage verbringen wir an unterschiedlichen Buchten in St.Bart und der vorgelagerten Insel Ile Fourchue. Allen Plätzen gemein ist die unglaubliche Weitsicht unter Wasser. 20-30m, so dass wir den Anker fast von Deck aus sehen können. Auch schwimmen Schildkröten überall herum, wir können viele direkt vom Boot während der Schulstunden beobachten, was der Konzentration der Schüler nicht unbedingt dienlich ist.

Auf nach St.Martin. Kolumbus hat diese Insel am Namenstag des heiligen Martin entdeckt und ihr daher diesen Namen gegeben. St.Martin ist in einen französischen und einen holländisch geprägten aber eigenständigen Teil geteilt. Seit 1648 lebt man friedlich nebeneinander. Eine nette Anekdote erzählt wie es zur friedlichen Trennung kam, und warum der französische Teil etwas größer als der holländische ist. Am jeweils anderen Ende der Insel lief ein Franzose und ein Holländer los. Der Franzose hatte eine Flasche Wein zum Durst stillen dabei, der Holländer eine Flasche Gin. Die Flasche Wein beeinträchtigte den Franzosen beim Wandern weniger, so dass er schneller vorankam als der trunkene Holländer ;-).
Zu spät erkennen wir, dass St.Martin hauptsächlich mit den Duty Free Einkaufsmöglichkeiten für sich wirbt, nicht aber mit den endlosen Stränden oder tiefen Regenwäldern. Erstere gibt es, fallen diese jedoch im Gegensatz zum bisher gesehenen ab. Zweitere hat man bereits vor langer Zeit abgeholzt uns somit der Insel das Lebenselixier genommen. St.Martin enttäuscht uns. Die vielen Shopping Möglichkeiten, lohnen sich sicherlich, wenn man am Anfang der Reise steht und z.B. ein schickes Dinghi + 2-Takt Motor erstehen möchte. Ansonsten ist St.Martin, man glaubt es kaum, mit Supermotoryachten überzogen. Da diese hier nun jedoch bereits im 10er Päckchen liegen, vermag auch diese Ansicht einen nicht mehr zu schocken bzw. neue Reize zu geben. Wir hoffen mit einem Auto neue Teile der Insel und damit neue Eindrücke erhaschen zu können. Doch weit gefehlt. Wir sehen nur weitere Shopping Center und Grundstücke von Superreichen, die sich soweit verbarrikadieren, dass man nicht einmal die Villen zu Gesicht bekommt. Ferner ist St.Martin laut, europäisch laut. Autolärm und Fluglärm sind allgegenwärtig. Parkplatzsorgen, ach ja, da war ja was.

Wir liegen vor Anker in der Simpson Bay, dort wo in 14 Tagen die Heineken Regatta ausgetragen wird. Marina Liegeplatz – Fehlanzeige. Es werden 400 Yachten angekündigt, höchste Zeit sich vom Anker zu machen. Positiv zu erwähnen sind die netten Leute, freundlich lächelnd wird man an allen Ecken begrüßt wird einem professionell geholfen. Viele der Dienstleister sind ehemalige Cruiser und somit offen für die segelnden Wandervögel.

Hurrican Run und das Fender Rescue Team. Der gestrige Schultag war bereits von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Regnerisch und böig schlagen die Wetterfronten auf uns ein. Alle 5 Minuten flüchten die Kinder vom Cockpittisch und werden obendrein vom spektakulären Auslaufen einiger Superyachten durch die Brücke an der Simpsons Bay abgelenkt. Doch dann der Moment der jegliche Unterrichtsversuche boykottiert. Einer der Fender der Superyachten hat sich bei den Böen auf den Weg gemacht und treibt seelenruhig durch die Bucht. Ein Fall für das „Fender Rescue Team“. Blitzschnell wird das Dinghi ausgebracht und der Beutezug gestartet. Nach wenigen Sekunden Rauschefahrt erreichen die drei Rescue Ressourcen das schwimmende Ungeheuer. Ohne langes Fackeln wird die Beute an Bord geholt und nach Hause zu ANNE gebracht. Riesig ist die Freude, den behalten wir! Nachdem der Kampfesstrum sich gelegt hat, wird überlegt, vielleicht wär es doch ein fairer Zug, den Fender zurückzugeben, sicherlich springt ein entsprechender Finderlohn dabei raus. Während der ersten großen Schulpause, haha, laufen wir aus und suchen die Hurrican Run auf. Die Hurrican Run ist eine mittelgroße vielleicht 40m große Yacht mit 12 Personen Stammbesatzung wie wir später erfahren. Die Eigner, ein englischen Paar, haben ihr Geld mit Pferderennen und sonstigen Wetten gemacht, daher auch Name Hurricanan Run. Sie leben „nur“ den europäischen Sommer im Mittelmeer auf dem Schiff, der Steuern wegen. In der Karibik ist das Schiff zu chartern… .
Der große Fender wurde nicht einmal vermisst, dennoch ist man froh in wieder bekommen zu haben. Am Ende springen auch noch 5 Snickers für die Rescue Helden heraus. Alles gut, schade nur, dass wir nicht nach einer Führung gefragt haben, eine besser Gelgenheit hätte es nicht geben können ;-(.

Hier wirds manchmal richtig eng…
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Die Venus von Starck/Jobs bei Nacht, ganz anders als alle sonstigen Yachten.
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Auch ne Klasse Möglichkeit eine Inselattraktion zu erschaffen und das so ganz umsonst.
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The „Fender Rescue Team“ in Action
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Fette Beute, das hat sich gelohnt!
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Sportstunde mal ganz anders.
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Segeln zwischen den Megayachten, einfach klasse!
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Gewicht kann nie schade und schon gar nicht wenn es so charmant ist.
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Neele ist ein Naturtalent, nach 10 minütiger Einweisung, fährt sie gekonnt durch den Hafen, als hät sie nie etwas anderes gemacht. Heute morgen hat sie ihren ersten Jobwunsch geäußert – professionelle Skipperin, warum nicht ;-).

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Ok, Lasse war schneller, Kuststück bei der Segelfläche 😉
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