Archiv für den Tag: 2. Februar 2015

Dominica – Mehr Karibik geht nicht

Keine 15sm liegen zwischen Martinique und den jeweils angrenzenden Inseln St. Lucia und Dominica, doch der Gegensatz könnte nicht größer sein. Was zu Hause vielleicht die Entfernung von einem zum anderen Dorf ist, so ist es hier der Wechsel zwischen zwei Welten. John und Sabine die wir im Hafen von Le Marin kennenlernen sind zwei Wochen nach uns von Lanzarote nach Martinique gesegelt. Bedingt durch eine anspruchsvolle Atlantiküberquerungen bei der allerlei an Reparaturbedarf am Schiff entstanden ist, liegen die beiden seit gut drei Wochen auf Martinique fest und erzählen uns, dass sie noch gar nicht das Gefühl haben in der Karibik angekommen zu seien. Wir können das gut nachvollziehen. Martinique ist eine europäische Insel die sich unter die Westindischen Inseln verirrt hat. Abgesehen von der traumhaften Natur, erinnert alles an Europa. Der Euro ist präsent, die Marina hat europäischen Standard, und die Einkaufsmöglichkeiten sind mit denen auf den Kanaren gleich zusetzen. Ferner fehlen die „einheimischen“ Boatboys die einen immer so charmant bei Ankunft in einer neuen Bucht begrüßten. Bananen werden auf Martinique wieder im Supermarkt statt an der Bordwand gekauft, frischen Fisch isst man im Restaurant und Äpfel und Kartoffeln sind auch wie selbstverständlich wieder zu haben. Sogar das so geliebte Langnese Eis ist an jeder Ecke zu bekommen. St. Lucia ist anders, Dominica ebenso. Man hat das Gefühl auf einem anderen Planeten oder wenigstens in einer anderen Zeit gelandet zu sein. Stress scheint unbekannt zu sein, stattdessen strahlen die Menschen trotz oder vielleicht auch weil sie keine Reichtümer horten und sich paradoxer Weise weniger mit dem morgen sondern mit dem hier und jetzt beschäftigten. Die Menschen wissen, dass sie im Paradies leben, vielleicht ist es das, was ihnen diese Gelassenheit und Unbekümmertheit beschert.

Nach zwei Tagen in der Marina, die wir aufgrund ihrer XXL Waschmaschinen sehr schätzen gelernt haben, verlassen wir Le Marin und verweilen ein paar Tage in den angrenzenden traumhaften Buchten. Beim Besuch von St. Pierre erfahren wir im Städtemuseum dramatisches über das einst so blühende „Paris der Karibik“. Während eines verheerenden Vulkanausbruchs im Jahre 1902 wird die gesamte Stadtbevölkerung, 30.000 Menschen, binnen Sekunden bis auf einen Überlebenden ausgelöscht. Der Vulkan hatte sich Tage zuvor bemerkbar gemacht, war in Teilen bereits ausgebrochen, sodass die Bevölkerung fliehen wollte. Der damalige Gouverneur spielte den Ausbruch jedoch herunter, ließ sogar mit Hilfe der Armee die Stadt abriegeln, um so vermeintlich die kurz bevorstehende Wahl sicherzustellen. St. Pierre erholte sich nie wieder von diesem Schicksalsschlag, verlor gar den Rang der Hauptstadt an Fort de France und macht auch heute noch einen sehr ärmlichen Eindruck.

Über Martinique liegt unser nächstes Ziel Dominica, die Naturinsel wie es der Reiseführer verspricht. Wäre Columbus heute nochmal auf Reisen, so wäre Dominica wohl die einzige Insel die er wieder erkennen würde. Wir haben hohe Erwartungen und werden nicht enttäuscht.

Dominica ist unwiderstehlich karibisch natürlich. Unser erster Stop ist Dominicas Hauptstadt und die Bucht von Roseau. Wir machen an einer Boje von Billy, Aldive.com fest. Aus den einschlägigen Revierführern aber auch Dank des zweiten Teils des Films (Die Inseln im Wind) von Laura und Thorsten war klar, dass eine Inseltour mit Seacat Tours ein ‚muss‘ ist. Am nächsten Tag fahren wir gemeinsam mit einer australische Familie zu den Victoria Falls. Nach einer atemberaubenden Wanderung durch den Fluss erreichen wir nach einer Stunde den spektakulärsten Wasserfall den wir bislang gesehen haben. Ohrenbetäubender Lärm, Wind um 8 Bfd und Regen der durch die Oberfläche aufgewirbelt wird, prasselt auf uns ein. Wunderbar!

Die nächsten Tage verbringen wir mir Billy von Aldive. Wir unternehmen vier wunderschöne Tauchgänge und genießen die Ruhe, da die Kinder parallel schnorcheln können und von Billys Team betreut wird. Billy hat vier Kinder seine Jüngste Tochter Emba ist 9 Jahre und versteht sich auf Anhieb prima mit unseren dreien.

Am vierten Tag verlassen wir dieses Paradies. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und viel erlebt. Die Weiterfahrt gen Norden in die Prince Rupert Bay verläuft sehr ruhig. Unter Motor gleiten wir dahin, so dass die Kids unterwegs Schule machen können. Gar nicht so einfach das Schulpensum zwischen die Tagesausflüge und Segeltörns zu packen. Wir starten immer früh am morgen, so dass die Hitze noch nicht zu stark auf die Konzentration drückt.

Dominicas Norden ist nicht weniger beeindruckend. Beim BBQ der Vereinigung der Boadboys PAYS (Portmouth Association of Yacht Service) lernen wir Silke und Mathias von der FAJO kennen. Gemeinsam entdecken wir am nächsten Tag während eines Ausfluges das Carib Reservat. Die Caribs sind ein Indianerstamm und die ursprünglichen Einwohner der Karibik. Auf Dominica leben derzeit noch 3.000 Karibs, eine verschwindend geringe Zahl, wenn man bedenkt das sie vor ein paar Jahrhunderten alle Inseln der Karibik besiedelten. Es war uns wichtig den Kindern zumindest einen Eindruck zu vermitteln, wie die Karibik vor den Endeckern wohl ausgesehen hat, und ihnen zu verdeutlichen, dass die heutige Bevölkerung grossteilig von den damaligen verschleppten afrikanischen Sklaven abstammt.

Am nächsten Tag schauen wir uns mit einem der Boatboys den Indian River an und tauchen in eine verwunschene Welt ein. Der Auftakt des dominicanischen Karnevals rundet unseren Besuch ab. Dominica wird uns mit ihrem tiefbeeindruckendem Regenwald und den immer fröhlichen Menschen lange positiv in Erinnerung bleiben. Auf Dominica bezeichnet man Regen als „Liquid Sunshine“ noch Fragen. ;-)?

Victoria Falls – spektakulär und wild
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Und immer wieder Kokosnüsse, liegen hier einfach überall rum
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Tauch- und Schnorchelexkursion – traumhafte intakte Unterwasserwelten
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Arme wie Stahl hat die Kleine, Torge trainiert seine Bauchmuskeln 😉
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Kreuzfahrten mal anders
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Unser Guide für den Indian River
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Hier entsteht das neue Brandingvideo für Cliff Dusch As for growing Men
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Kleiner Komparse drängt sich in Bild
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Hahnenkampf mal anders
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Karneval auf Dominica
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