Archiv für den Monat: November 2014

Ungeplanter Zwischenstop auf Fuerte

Wir liegen fest im Hafen von Fuerte. Nach einem super Start mit ordentlich Wind und Topspeed jenseits der 9kn, schlägt einer unser Bilgenalarme an -Wasser im Schiff. Hastig mache ich mich auf die Suche, hatte mich schon für die Nacht hingelegt, und ich werde In der Bugkoje fündig. Aus Richtung der Decksklemmen lecket es. Kein schöner Start, das sieht nach Arbeit aus. Gut dass wir es hier schon gesehen haben und nicht mitten auf dem Atlantik.

Morgen im Hellen sehen wir weiter.

Segel da alles klar ;-) – Wann kommen wir an?

So, seit heute sind wir stolze Besitzer eines Fedex Päckchens. Wenn wir morgen mal Lust und Zeit haben, gucken wir vielleicht auch mal rein, um zu schauen ob es sich beim Inhalt auch um das handelt, was wir uns vorstellen ;-).

Die Tage gehen mühsam vorrüber, heute hat nun passender Weise auch verstärkter Regen (was ist das eigentlich nochmal) eingesetzt… . Das Tal der Träne ist jedoch nun durchschritten, haben wir beschlossen. Die Wetterprognose für die nächsten Tage könnte nicht besser sein, ab heute bekommen wir NW Wind der im Laufe der Woche auf NO schwenkt :-)).

Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten sind wir damit ‚Ready for Passage‘ und werden morgen am Samstag 21.11. aufbrechen. Von dort an sollte sich unser Tracker auch ganz langsam bewegen.

Und nun zum aktiven Teil: Unter den Fahrtenseglern hier im Hafen kursiert derzeit ein nettes Spiel „Wie lange wird die Überfahrt denn dauern?“. Jeder gibt einen genauen Tipp über Datum und Uhrzeit der Ankunft ab. Wer am nächsten dran ist, erhält einen kleinen Preis.

Also schickt auch Ihr uns eure Tipps (Datum und Uhrzeit) per Kommentar oder Email und der/die am nächsten drankommt, erhält dann ein kleines karibisches Souvenir von uns.

Kleiner Tip: wir werden vor Weihnachten ankommen ;-), wollen.

 

PS: Anbei ein Blogeintrag von der Kristine von heute (www.goodbyeland.com) der beschreibt, wie es ist, eine Sturmfront von vorne passieren zu müsen. Das war der Grund nicht mit den Kindern loszufahren. Heute gegen 15 Uhr ist für alle Wetterbesserung in Sicht. Der Wind dreht auf NE, so dass sich die Etmal der Teilnehmer deutlich erhöhen werden.

„Exhaustion, Day 5.
The sea is intense.
We’ve had near gale/gale for around 12 hours straight (on the nose, of course), and we’re all out of sleep and appetite. I’m not sure if I’ve been on seas this intense before, but certainly not without an escape plan. The boat rises and falls, meters up and meters down, slamming, shaking, losing all speed…I’m glad we have a robust boat. We’re finishing through our second low pressure, and forecasts promise a better tomorrow.
Everything is fine, though, no worries, mum!

It’s strange to feel so used up, not having any way of taking a break or a nap or even go to the restroom without falling. I can no longer imagine the feeling of sitting by a table, drinking tea in silence. Nothing moving, no boats to worry about, escapes everywhere. What does it feel like to not work on your balance?

Anyway, we’re thrilled to hear that our local soccer team won the last match!
Enjoying what we can, haha.
Ellie out.“

Abschied nehmen ist schwer

Seit drei Tagen hat uns die Atlantik Odyssey Flotte im Hafen zurückgelassen, oder besser sind wir der Flotte nicht gefolgt. Das Ergebnis ist das gleiche – befreundete Schiffe suchen ihren Weg gen Westen während wir noch auf unser neues Vorsegel warten und vor allem allem auf besseres Wetter. Zu allem Übel sind zeitgleich auch noch die fünf Kinder der Pinut, von uns liebevoll „das Pipilangstrumpfschiff“ genannt für drei Wochen in die Heimat Schweiz gefahren. Die Crew der Pinut ist unseren Kids doch sehr ans Herz gewachsen. Stundenlange Rollerausfahrten in der Marina und gegenseitige Schlafbesuche haben die letzten Tage geprägt und uns Luft für die Vorbereitungen gelassen. Ronja, den nächsten Absatz bitte überspringen.
Ferner hat Torge eine richtig gute Freundin in Rahel gefunden. Die beiden schmeissen immer mit sehr vielen Spass Pappe, Plastik und Glas in die dafür vorgesehenen Container. Während unser zehntägigen Abwesenheit hatte Rahel für Torge ein volle Backskiste mit Müll gesammelt, den die beiden dann zusammen mit größter Freude entsorgten ;-).
Längst bekannt und doch immer wieder faszinierend: je mehr Kinder auf einem Haufen sind, desto weniger Streitereien gibt es. Jetzt sind nur noch wenig Kinder hier ;-). Die Crew Pinut lebt seit 1,5 Jahren auf dem Schiff und möchte diesen Zustand so lange aufrecht erhalten, wie es allen Spass macht. Zum Abschied gab es dann noch völlig überraschend ein Kinderbuch geschenkt ‚Artanela kann zaubern‚ welches zwei der vier Mädls Rahel, 6 und Seraina, 8
während der Zeit als die Pinut für Arbeiten im Trockendeck lag, erstellt haben. Pinuts, wir werden euch sehr vermissen und wohl wenig Chance auf ein Wiedersehen haben, da unsere Routen und Zeithorizonte einfach zu unterschiedlich sind.

Ansonsten haben wir noch nicht wieder unsere Mitte gefunden. Mit einem voll proviantierten Schiff im Hafen zu hängen und auf ein Päckchen zu warten, was gefühlt immer noch mindestens eine Woche entfernt ist, ist das eine. Den täglichen Status und das Vorankommen der anderen Achiffe via live Tracker auf de AO Website zu verfolgen, das andere.
Dennoch bereue ich nicht, dass ich den Wetterdaten Glauben geschenkt habe. Bislang passt der Forcast von Sonntag mit wenigen Änderungen sehr gut. Wie angesagt, muss das Feld zunehmend unter Motor dem leichten SW Wind gegenan motoren. Für morgen ist besseres Segelwetter angesagt, doch schon am Donnerstag Abend kann es ungemütlich werden. Bis auf zwei Yachten, die rechtzeitig dir geschützten Häfen auf Teneriffa und Gran Canaria angelaufen sind, bewegt sich der Grossteil Flotte auf dem offenen Atlantik und wird mit Wind und Welle
klarkommen müssen. Daumen drücken, dass der Wind vielleicht noch weiter nach Norden abzieht.

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