Archiv für den Tag: 25. November 2014

Tag 4 ca. 300sm südlich der Kanaren

Nachdem wir am Samstag endlich am Nachmittag loskamen, Wind und Regen hatten uns die Abreise versauert, ging es gleich richtig gut los. Mit schönem 20-25kn Wind von achtern flogen wir nur so dahin. Immer wieder stiegen Wellen über den Bug ein und spülten so unwissentlich unseren Ankerkasten und die sich dahinter befindliche Bugkabine…. . Eine Schrecksekunde als ich im Schlaf von unsern 5 Euro Wasserwarnern von Conrad Electronic (Danke nochmal an den guten Tipp Bert u. Marlene von der heimker-hamburg.de) geweckt wurde.

Kurz entschlossen und ganz offen auch etwas von der Panik getrieben, entschieden wir nach Gran Tarajal, Fuerte reinzulaufen. Gegen 2 Uhr machten wir dort fest und fielen in einen seltsam unerholsamen Schlaf. Zu groß war die Sorge, durch den Wassereinbruch länger als gewünscht auf Fuerte ausgebremst zu werden.

Doch die Sorge war unbegründet. Durch ein paar Telefonate mit „Remoteexperten“ sowie dem glücklichen Umstand, dass Aleks und Stefan vom C-Team ebenfalls seit einer Woche auf Fuerte festgeweht waren, konnte das Leck mit etwas Sikaflex abgedichtet werden. Ferner haben wir einen von Lasses Fußbällen als Tampon zweckentfremdet. Der Fußball schließt nun den Ankerschlitz und verhindert ungewolltes Eindringen von Wasser.

 

Am Sonntag, Tag 2, ging es dann erneut spät gegen 17 Uhr weiter. Die Hafenträgheit schlägt schnell zu und ich wäre gerne noch etwas geblieben.

Doch die Skipperina hat kein Nachsehen, der Wunsch nach karibischem Rum ist zu stark, vielleicht auch einfach nur der nachvollziehbare Wunsch, mit den Vorausgeeilten aufzuschließen.

Apropos Vorausgeeilten: schnell wurde über den Montag / Dienstag klar, dass wir mit der Entscheidung goldrichtig lagen. Die Wellen sind ca. 2-3m, kommen von hinten und werden von Wind mit ca. 15-25kn befeuert. Allen an Board war die ersten Tage übel und wir sind sehr froh, dass wir nicht mit der Truppe bereits letzte Woche gestartet sind. Die Zwischenberichte vom Donnerstag und Freitag sprechen Bände und bestätigen die Wettervorhersagen vom vergangen Sonntag. Einmal mehr beeindruckend, wie korrekt die Daten von Wetterwelt.de sind.

Das Bordleben ist noch sehr eingeschränkt, wir versuchen das Wachsen der Seebeine zu beschleunigen, doch die Natur lässt sich hier nicht reinreden, Akklimatisierung dauert seine Zeit. So verbringen wir die Zeit mit Ddösen, teilweise können erste Spiele gespielt werden, und Nette hat sich schon mehrfach durchgerungen und uns leckere Menüs gekocht. Fischfang oder Wal- oder Delfinsichtungen sind leider noch ausstehend, wir hoffen auf ergiebigere Tage.

Was ist sonst noch passiert? Auf unserem Atlantikübersegler, einer Karte im ganz großen Maßstab, haben wir die Positionen einzelner Schiffe abgetragen und mit Vergnügen festgestellt, dass noch keines auf Martinique angekommen ist ;-). Vielleicht kommen wir ja unseren Freunden von der Vida, Hapa Na Sasa oder Triton etwas näher.

So das wars derweil; mehr, hoffentlich abwechslungsreiches, in den kommenden Tagen.