Archiv für den Tag: 8. November 2014

Gastbeitag Anika – Die „ANNE“ – Ein Reiseziel der besonderen Art!

Anreise
Von Steinwedel auf die „ANNE“ in 28 Std., das geht bestimmt auch schneller, aber mit Konzert in Bremen integriert und Flug ab Amsterdam braucht es seine Zeit…

Ankunft und Transfair
Ich wurde von Annette direkt aus der Ankunftshalle abgeholt, welch schöner Empfang, nach ca.10 Min. Autofahrt standen wir schon an der Marina Rubicon, dort lag die „ANNE“!

Leute
Der Empfang auf bzw. schon vor der „ANNE“ ist sehr herzlich, drei kleine Münder hören nicht mehr auf zu reden und geben einem Landei sehr bemüht einen umfassenden Überblick über die wichtigen do’s und don’t’s auf einem Schiff.

Übernachtung
Ich bekam meine eigene doch „große“ Koje, alle Habseligkeiten werden rutschsicher verpackt und gegen das Wassergegluckere helfen Oropax, so wird man mal sanft und mal etwas mehr schaukelnd in den Schlaf gewogen.

Kleidung
Tatsächlich reichen -wie angekündigt- kurze Hosen und T-Shirts, für abends oder zum Segeln eine wärmere Jacke, Bikini und Schnorcheleqipment für den Strand und das Meer. Selbst für mich Frostbeule aus dem Norden…

Sprache
Fender, Schekel, Dinghi, swellen, Trimaran, Wingaker, Genua, Seezaun, Cockpit, Vorproviantieren, Spiesserstuhl…..
Es gibt noch viele weitere sprachliche Feinheiten, die man auf der „ANNE“ wie von selbst in das eigene Reportoire übernimmt! Dank der hilfsbereiten Crew fühlt man sich nicht wie „auf dem Bahnhof“, sondern schnell wie auf der „ANNE“ , ist doch alles voll normal….

Kultur und Unterhaltung
Auch ich kam mehrfach in den Genuss in der allerschönsten Ankerbucht „Atemlos“ zu Singen, man kann sich nicht dagegen wehren…. dazu noch Ottos „Hänsel und Gretel“ Variationen…. akustische Highlights…..

Aktivitäten
Schwimmen (einmal um die „ANNE“), Schnorcheln (für ängstliche Bootstouristen nur am Strand) und der Tarzansprung vom Boot in den Atlantik, die Aktivitäten sind wassergeprägt und machen höllischen Spaß, auch wenn es doch mal kälter wird, der Neoprenanzug hilft….
Buch lesen oder Musik hören geht natürlich auch!

Feiertage auf der “ ANNE“
Frühstück mit Nutella überwiegend am Sonntag oder an Tagen mit selbstgebackenen Brötchen von der Skipperina
Nicht verpassen!

Zeitverschiebung
Die Zeit im klassischem Sinne ist auf der „ANNE“ nicht wichtig. Die entscheidenden Parameter sind hell, dunkel, hungrige Kinder, müde Kinder, müde Erwachsene, da gerät eine Zeitverschiebung berechtigter Weise in den Hintergrund oder in Vergessenheit, an sowas denken nur die Bootstouristen….

Meine 11 Highlights aus 11 Tagen
* das erste Mal segeln und in völliger Schräglage auf einem Spiesserstuhl den Wind ins Gesicht bekommen…
*eine heiße Brühe, nachdem die Überfahrt nach La Graciosa alle Energie genommen hat, weil ich ordentlich „Fische gefüttert“ habe…
*wunderschöne grün/türkise Fische beim Schnorcheln entdecken und einen Oktopus!
* ein wunderschöner Sonnenuntergang mit Torge ( und einem Glas Wein für mich) auf der Badeplattform…
*eine kleine Angelstunde mit Lasse, der mich zumindest theoretisch einweist, am Ende hing an meiner Angel ein kleiner Fisch, dummerweise tat er mir total leid, vielleicht doch nicht mein neues Hobby…?!
*Bänderknüpfen mit Neele, ich kann jetzt auch „loomen“…
*eine Frauenrunde an Bord (Kinder und Männer am Strand) mit einem Glas Wein in der Sonne (oder waren es sogar 2?)…
*eine Toilette in der Marina, in der Mann/Frau ganz anonym seinem Geschäft nachgehen kann…
*leuchtendes Plankton sehen…
*viele interessante Bootsfamilien und Menschen kennenlernen, die alle einen ähnlichen Traum haben und ihn leben!

Fazit
Ich bin beeindruckt von der „ANNE“, und der gesamten Crew!
Die „ANNE“ als Reiseziel kann ich jedem an’s Herz legen! Ich könnte im Grunde noch viel mehr aus diesen schönen Tagen „Rund um“ und „auf“ Lanzarote, vor allem vor La Graciosa berichten, es war toll!
Nun geht sie bald über den Atlantik die „ANNE“, geschmückt wurde sie schon und die Umgebung für die nächsten Bootstouristen und vor allem für die Crew wird sicherlich noch faszinierender! Wer weiß, vielleicht gibt es ein Wiedersehen in der Karibik….
Ich denk an euch und sage nochmal großen Dank, dass ihr mir einen kleinen aber intensiven Einblick in euer Leben auf dem Schiff gegeben habt!
Liebe Grüße von Anika

Arrecife – die letzten Tagen vor dem großen Schlag

Seit ein paar Tagen (Dienstag) liegen wir nun wieder hier in der gewohnten Marina von Arrecife. Der Trubel aus der Zeit unseres letzten Besuches hat sich gelegt. Zwar herrscht noch immer reges Treiben und Basteln in der Marina, doch wir bekommen davon zum Glück aufgrund unseres tollen Liegeplatzes nichts mehr von mit. Groß war die Sorge, nach einer Woche entspannter Ruhe in der Bucht von La Graciosa, dass uns die Marina und der dortige Trubel nicht mehr zusagen würde. Diese Angst war jedoch unbegründet, wie so oft ist der eigene Geist der bestimmende und oft auch begrenzende Faktor.
Es gefällt uns hier sehr gut, viele bekannte Gesichter und Schiffe sind inzwischen eingetroffen oder haben sich für die kommenden Tage angekündigt.
In 9 Tagen am 16.11. startet eine Flotte von knapp 40 Schiffen aus der Marina mit nächstem geplanten Stop auf der karibischen Insel Martinique. Gute 3000sm auf dem Atlantik liegt vor dieser Flotte. Je nach Schiffsgrösse und vorherrschenden Winden wir die Überquerung 19-30 Tage ausmachen. Auch auf der ANNE habe wir uns entschieden dieses Abenteuer einzugehen. Die letzten Monate sind einfach zu ideal verlaufen, die Neugierde und Vorfreude auf die Karibik ist bei allen an Bord zu groß, als das wir es nicht wagen wollten. ANNE hat sich als ein sicheres Fahrtenschiff bewährt. Die Crew, ob klein oder groß, hat alle Aufgaben bisher mir Bravour gemeistert.

Wie ist das Gefühl vor so einer großen Reise, was beschäftigt uns? Nun in erster Linie so banal es klingt der Alltag. Wir haben nicht das Gefühl etwas Verrücktes oder gar Unmögliches anzugehen, vielmehr meinen wir abschätzen zu können, was auf uns zukommt. Die aktuellen und nächsten Tage sind einerseits von emsiger Arbeit am Schiff und andererseits von kurzweiligen und bereichernden Gesprächen mir den anderen Teilnehmern geprägt. Wie so oft schon sitzen wir gemeinsam in den unterschiedlichsten Cockpits und genießen ein ‚Trinkerchen‘, wie die Kinder zu sagen pflegen. Das schöne ist, dass in diesen Runden stets eine unbeschreibliche Höflichkeit, Offenheit, Nüchternheit und Verbindlichkeit besteht. Bei einem Rundgang in einem neuen Schiff offenbart der Besucher wie der Besuchte viel von sich. So ist es eine immer aufs Neue währende Freude ein Kompliment über das eigene Schiff zu erhalten, oder eines über ein anderes auszusprechen. Wir haben schon so viele Crews besucht und waren immer wieder aufs Neue begeistert. Ob voll ausgestattetes neues modernes Schiff, klassisches zeitloses, luxuriöses großes oder kleines und praktisches Schiff, sie alle haben gemein, dass der / die Eigner von ihnen nur in den besten Tönen sprechen. Alle sind von ihren Mal länger mal kürzeren schiffigen Häusern begeistert.
Neben den individuellen Gesprächen wird zusätzlich eine Menge an zentralen Veranstaltungen von der Atlantic Odyssey, dem Organisator der Ralley, organisiert. Ab Montag starten die vielfältigen Seminare wie Proviabtierung, Bordroutine, Medizn, Segel- und Streckenwinweisung etc.. Das Programm ist sehr vielfältig und für jeden ist etwas dabei, auch für die ca 20 Kinder die auf den 42 Schiffen dabei sind.

Zusammen mit unserem Besuch Anika haben wir die Zeit aber auch genutzt um uns auf der Insel ein wenig umzusehen. Ausgestattet mit einem schönen und günsigen Mietwagen haben wir die Insel einmal komplett umrundet und uns dabei beeindruckende Lavalandschaften angeschaut. Auf den ersten Eindruck läuft man Gefahrt, Lanzarote als öde und karg abzutuen. Dem ist jedoch ganz und gar nicht so. Neben den beeindruckenden geologischen Fundstücken aus der Zeit vor gut 200 Jahren, als der letzte große Vulkanausbruch über 6 Jahre hinweg die Insel maßgeblich veränderte, über die Gegenden in denen Landwirtschaft (Weinbau) auf dem vulkanischen Boden betrieben wird und dafür besonders hergerichtet wird, beeindruckt sicherlich die weitläufigen schwarzen Lavafelder im Westen der Insel am meisten. Nur gut, dass wir vom Schiff aus die wenigen Strände genießen konnten.
So ganz ohne Arbeit geht es jedoch auch hier von statten. Unsere Punkte Liste ist schon ein gutes Stück kleiner geworden, es geht in die richtige Richtung voran. Heute steht ein Marktbesuch an, bei dem nach Obst und Gemüse Ausschau gehalten wird, welches wir für die Überfahrt dringend benötigen. Es wird uns nicht langweilig und der Spass kommt auch nicht zu kurz. Für morgen sind mehrere zentrale Veranstaltungen geplant inkl. einer Welcome Party am Abend. Ab Montag starten dann die Seminare. Der Count Down läuft. Daumen drücken, dass der Wind hält und die noch ausstehende Lieferung für unsere neue Genua noch rechtzeitig eintrifft. Stand heute ist der Liefertermin für den 17.11., einen Tag nach der geplanten Abfahrt avisiert… .

 

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