Archiv für den Monat: September 2014

Liebe Klasse 3s Steinwedel

Porto, 11.9.2014

Liebe Klasse 3s,

es ist schon lange her, dass ich Euch geschrieben habe.
Ich habe Euch das letzte Mal in London geschrieben. Bei tollem Wetter sind wir durch die Tower Bridge gefahren. Von dort aus sind wir nach Dover gefahren, um die Weltmeister zu gucken. Der Wind kam aus der richtigen Richtung. Wir haben uns deswegen auf den Weg in Richtung des Ärmelkanals gemacht. Wir haben beschlossen, dass wir meinen Geburtstag nicht auf dem Wasser feiern wollen. Deshalb sind Mama, Papa, Lasse und Opa die Nacht durchgefahren. Wir sind in Frankreich um 7 Uhr angekommen. Als ich nach oben gestürmt bin, haben Mama und Papa mir gratuliert. Dann wollte ich die Geschenke. Die Geschenke kennt Ihr ja schon.

Wir haben uns ein original Atom U-Boot von innen angeschaut. Und einen Anleger, wo die Titanic mal angelegt hat. Das war ihr letzter Stop, bevor sie gesunken ist. Aber fragt nicht Frau Jakobs, denn das ist ganz schön gruselig.
Jetzt ist es so weit, wir sind 72 Stunden über die Biskaya gefahren. Wir sind in A Coruna angekommen. Wir haben uns einen alten Leuchtturm angeschaut. Der Leuchtturm leuchtet immer noch. Ein paar Tage später in A Coruna kamen Herbert, Annelie und Hannes zu uns und schliefen ein paar Tage bei uns. Annelie hat uns eine Handnähmaschine mitgebracht. Ich habe immer mit Annelie geschlafen. Ihr könnt sie ja mal fragen, was alles passiert ist.
In Galizien haben wir viel gebadet, geankert und geangelt. Dann haben wir noch Besuch von David bekommen. Ich durfte bei meiner Tante Susi im Ferienhaus schlafen. Aber als ich wieder auf der Anne war, habe ich mich erst richtig wohlgefühlt. David haben wir in Santiage de Compostela abgeliefert. Ich habe ganz viele Jakobspilger gesehen. Wir haben schnell David abgeliefert. Nach zwei Tagen sind wir noch zu einer Naturinsel gefahren. Wir sind dann nach Portugal gefahren und da sind wir noch immer. Das sind die Länder die wir bislang schon alle bereist haben: Start Deutschland, dann Holland, England, Belgien ausgelassen, Frankreich, Spanien (Galizien) und Portugal.

Ich wünsche Euch viel Spaß bei der ersten Schulstunde in Eurer 3. Klasse.
Viele Grüße Eure Neele

Figueira da Foz – Regentage verändern den üblichen Tagesrhythmus

Seit gefühlten 48h regnet es hier in Portugal, und damit definitiv mehr als in den gesamten zweieinhalb Monaten zuvor. An Weiterfahren ist noch immer nicht zu denken, da der Wind beständig mit 5-6 Windstärken gegenan bläst. Gestern konnten wir ein wagemutiges englisches Segelschiff beobachten, welches die sichere Hafeneinfahrt verlassen hatte, um nach Norden weiterzufahren. Wir betrachteten die Ausfahrt von der Hafenmole aus und hätten um nichts in der Welt mit diesem Segler tauschen wollen. Bereits beim Erreichen der Flussmündung standen ihm Wellen mit 2-3 Meter Höhe entgegen, weiter draußen stiegen diese gefühlt auf 4-5 Meter an. Schwierig aus der Ferne von einer erhöhten Mole aus exakt zu sagen wie hoch die Wellen weiter draußen waren. Da der Mast jedoch zeitweise bis fast zur ersten Saling von Wellenbergen verdeckt wurde, so ist klar, dass dies weit mehr ist, als wir bislang selbst erleben durften.

Der heutige Tage wurde fast ausschließlich im Schiff verbracht. Schiff hört sich irgendwie gewaltig an. Wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass die Grundfläche unseres Schiffes ca. 28qm misst, wenn man die Betten und die Stauräume mal abzieht, dann verbleibt vielleicht großzügig gerechnet noch die Hälfte, also ca. 14qm nach der ersten Hochrechnung. 14qm für eine 5-köpfige Familie… ist, richtig, pro Kopf weniger als zu Hause die lieben Meerschweinchen an Platz zugestanden bekommen (Landmaß nicht Städtemaß ;-). Von 140 qm auf 14qm (Carsten, du magst mir verzeihen, dass ich von Enge spreche. Ich finde es großartig was ihr zu fünft schon auf Euren knapp 10m erreicht habt und euch vielmehr noch vorgenommen habt. Mein Schminkköfferchen braucht aber einfach seinen Platz 😉 st schon eine Umstellung. Diese klappt jedoch erstaunlich gut, da diese Enge ja meist nur für eine begrenzte Zeit der Fall ist. Üblicherweise können wir das Cockpit, das Vordeck und manchmal ja auch das Meer mit „bewohnen“. Heute aber nicht.
Deshalb haben wir uns mit dem Regenprogramm beschäfttigt, was zunächst einmal Schule hieß, dann ein paar Runden Romme Cup spielen sowie ein paar Basteleien am Schiff. Zusammen mit Torge habe ich es endlich geschafft, den Wasserfilter anzuschließen. Keine große Sache, doch zusammen mit Torge eine tolle Arbeit die viel Spaß gemacht hat. Am meisten haben wir uns gefreut, als am Ende an der Spüle tatsächlich auch wieder Wasser ankam, welches auch keinen Chlorgeschmack mehr aufwies.

Ferner haben wir die Kontakte zu den zwei englischen Schiffen intensiviert. Die Kinder gehen zusammen in den trockenen Phasen zum Strand, beschäftigen sich mit gegenseitigem Boote vorstellen oder Fachsimpeln was die jeweilige Angelausrüstung angeht. Während die eine Crew ins Mittelmeer weiter will, wird sich die andere im Rahmen der ARC (Atlantic Ralley for Cruisers) Mitte November in Richtung der Karibik aufmachen.
Wir für unsere Teil haben neben Lissabon als weiteres Ziel Madeira bzw. zunächst die vorgelagerte Insel Porto Santo im Blick. Der Schlag nach Lissabon ca. 100sm sollte Dank der sich für kommende Woche angekündigten Wetter- und Windänderung dann wieder problemlos machbar sein. Ggf. werden wir noch einen Zwischenstopp einlegen, da wir wenn möglich ein Ankommen in der Nacht vermeiden wollen.

Die Überfahrt nach Madeira hingegen wird wegweisend für die weitere Planung sein. Dank unseres guten Gespürs haben wir was die Proviantierung angeht, „keinerlei“ Herausforderungen mehr. Die Kinder haben die ideale Langfahrtenwurst endeckt, haltbar bis 15.3.2019 und geschmacklich so abgemischt, dass keine Gefahr droht, dass Papa oder Mama die Vorräte plündern ;-). Na dann Ahoi!

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Tigersnail.com – Neuer Film „Wilde Karibik – Die Inseln über dem Winde“

Laura und Thorsten stellen ihren neuen Film „Wilde Karibik“ in diesen Tagen in Deutschland vor, unbedingt ansehen wer es einrichten kann! Termine sind der Website Tignersnail.com zu entnehmen, falls euer Ort nicht dabei ist, einfach die beiden anschreiben und es selbst organisieren. So haben wir es letztes Jahr gemacht.

Wir hatten im letzten Jahr das große Glück und Vergnügen Laura und Thorsten für ein paar Tage bei uns in Steinwedel beherbergen zu drüfen und u.a. auch ihren Film im Wassersportverein Altwarmbüchen vorstellen zu können. Die Resonanz der knapp 50 Zuschauer war begeistert. Thorsten hat sich über die Jahre die Filmerei selbst angeeignet und liefert inzwischen wirklich professionelle Produkte ab. In ihren Filmen behandeln Thorsten und Laura die Verschmutzung der Meere und setzen diesen  ernsten Hintergrund mit wundervollen Naturbildern in Szene. Wenn ihr vor Ort seid, grüßt die beiden doch herzlich von uns.