Archiv für den Tag: 24. August 2014

Isla Ons – Maritimer Nationalpark Galiziens

Mehr als drei Woche sind wir nun schon in Spaniens Norden Galizien, und wir haben bislang wirklich keinen Tag bereut, dass wir während dieser Zeit erst ein paar dutzend Meilen gen Süden zurückgelegt haben. Etwas Wehmut kommt allerdings schon auf, wenn wir den Schiffen der European Odyssey via MarineTraffic.de online nachschauen. Die kurze Zeit war sehr intensiv zusammen, wir erinnern uns gerne an die gemeinsamen Wiedersehen in London, Cherbourg oder ganz besonders La Coruna. Wie in einer großen Familie freuten wir uns über die jeweilig erreichten Etappen und tauschten die Erlebnisse aus.
Nun sind wir auf die die Onlineberichterstattungen angewiesen, welche jedoch eine stabile Datenverbindung voraussetzen. Zurzeit besteht diese nicht, ich haushalte mit unserem 150MB Wochen-Budget, welches uns der Premiumprovider Aldi-Talk in der europaweiten Flatrate zur Verfügung stellt. Im Verhältnis zu den längeren Seeetappen die uns noch bevorstehen eine gute Eingewöhnung. Sobald wir das Handynetz wieder für ein paar Tage verlassen, voraussichtlich Ende September auf dem Sprung nach Madeira/Porto Santo), wird allein die dünnbandige Satelliten Funkverbindung unsere Nabelschnur nach ‚draußen‘ sein.
Bevor wir uns jedoch diesem Martyrium unterwerfen, genießen wir erstmal noch ein wenig weiter den Norden Spaniens, zurzeit vor Anker in der zweiten Nacht, unweit der Insel Ons. Ons gehört zu den vier Inselgruppen vor der Küste Galiziens die als Nationalpark ausgewiesen sind. Nationalpark heißt auch in Spanien, dass die Natur vor Lärm und Verschmutzung geschützt werden soll. Die Besichtigung und auch das Ankern ist nur mit einer gültigen Erlaubnis zulässig, was jedoch problemlos mit einem Onbord Drucker und ca. einer Woche Vorlauf machbar ist. In dem per Email zugestellten offiziellen Dokument ist eine genaue Befahrensanweisung enthalten, was erlaubt und was verboten ist. Trotz aller Vorschriften scheint das Abschießen von großkalibrigen Silvesterraketen oder der Einsatz von Jetskis kein Problem zu sein. Selbige kann man ganztägig an den Wochenenden bewundern. Wie auch schon an gefühlt fünf anderen Orte, feiern die Spanier lautstark einen der vielfältigen Heiligen oder vielleicht auch einfach nur, dass es Sonntag ist. Das gestrige Feuerwerk war auf jeden Fall wieder Klasse, alle Hochacht, speziell mitten im Naturschutzreservat. Abgesehen von derartige Beobachtungen ist es hier einfach wunderschön. Die Nächte sind sternenklar und vergleichbar mit denen von der Biskaya. Bis auf das Signalleuchten des nahen Leuchtturms, dringt kaum Licht hierhin.

Wir haben jedenfalls die Ruhe vor dem Andrang der Wochenendgäste genutzt und haben bereits am Morgen mit dem Beiboot übergesetzt. Ein menschenleerer Strand und ein ebenso leerer Wanderwege waren die Belohnung für das frühe Aufstehen. Der Tag verlief mit Angeln, Schnorcheln und Backen weitestgehend hervorragend, was vielleicht auch auf das entschlankte Schulprogramm zurückzuführen ist. Bis auf die Hausaufgaben vom Vortag, wurden die heutigen Stunden aufgrund von Hitzefrei gestrichen.

Apropos hitzefrei – seit nahezu 8 Wochen haben wir wieder mal unser Biminiverdeck über dem Cockpick aufgemacht. Zum einen haben wir das Cabrio Feeling vermisst, zum anderen wollte ich gerne mal sehen ob unser Energiekonzept auch nur mit einem Solarpanel so gut aufgeht. Seit dem wir London verlassen haben, sind wir nicht mehr an den Landstrom gegangen, sondern haben unseren Bordstrom fast ausschließlich regenerativ erzeugt. Abgesehen von den Stunden in denen der Motor läuft, speisen unsere Solar Panele und und unser Windgenerator den Strom in die Batterien ein. Einzig beim warmen Wasser müssen wir uns etwas einschränken, dies gibt es jeweils nur aus dem Boiler, der nach einer Motorfahrt 30l für ca. 20h warm vorhält.

Unterwegs braucht man nicht viel mehr als Sonne, ab und zu einen Fisch und reichlich guten Wein, um bei Laune zu bleiben. Von letzterem halten wir uns natürlich fern.

Morgen geht es in die Ria Vigo, dann zur Insel Cies. Vielleicht schaffen wir es vorher nochmal ein WLAN Netz zu erhaschen, zu gerne würde ich doch von den anderen Schiffen erfahren, wie es in der Algarve, dem Mittelmeer oder vielleicht auch in Rabat ist.

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