Archiv für den Tag: 7. August 2014

La Coruna – wie schnell die Landbeine doch wachsen

Über eine Woche liegt unsere Biskayaüberfahrt und Ankunft in La Coruna erst zurück, doch das Ganze ist gefühlt schon eine Ewigkeit her. Nicht dass die Erfahrung verblasst wäre, nein eher hat die Bedeutung der 3-tägigen Überquerung abgenommen. Haben wir uns im Vorwege doch schon ein paar Gedanken gemacht, so lief die Überquerung Dank des günstigen Wetters und der routinierten Crew (ha ha) einfach prima ab. Sehr viele schöne Momente sind in den Tagen darauf gefolgt und haben die Biskaya aus dem Kurzzeitgedächtnis vorerst verbannt.
In erster Linie sind dies die schönen Momente mit den anderen European Odyssey Teilnehmer. Die gemeinsamen organisierten Ausflüge, Kaffeekränzchen (Katrin dein Schokokuchen wird uns lang in Erinnerung bleiben, wie auch dein spontanes Eis in Cherbourg) und abendliche gemeinsame Traumstunden von der nahen Ferne und gemeinsamen Zukunft, sowie das kürzlich angereiste Familiengroßkommando (12 Personen!) haben den Raum eingenommen.
Gemeinsam erkunden wir die Umgebung, zeigen was es so mit dem Leben im, am und auf See auf sich hat und geben hoffentlich ein paar Glücksmomente weiter, so dass ein paar Meer Menschen an unserem Jahr teilhaben können. Es ist schön von unterschiedlichsten Personen eine Rückmeldung auf das bisher erlebte bekommen zu haben und einen Eindruck zu erhalten, wer an unser Reise Anteil hat und wie aufmerksam unsere Berichte gelesen werden.
Klar ist, dass auch hier unterwegs nicht jeder Tag von neuem Superlative für uns bereit hält, stattdessen auch viel alltägliches passiert, nur dass dies viel intensiver wahrgenommen wird als zu Hause und daher auch ständig etwas neues passiert. So sitze ich seit ca 1,5h vor einer ansässigen Schiffswerft und warte auf mein schwägerliches Taxi, welches derweil die zwei Sprösslinge zur familiären Sommer Residenz gebracht hat. Umgeben von Maisfeldern und Pinienwäldern liegt die Fibra-Mar Werft/Werkstatt idyllisch am Rande des Dorfes Laxe gelegen. Grund meines Aufenthaltes ist der stotternde Zweitakter. Nach gründlicher Vergaserreinigung und neuer Kraftstofffüllung mit dem richtigen Öl/Benzingemisch sollte der Weg zum vor Anker liegenden Schiff einfacher fallen. Leider ist dem zurzeit noch nicht so, bleibt also nur Daumendrücken, dass der Meister-Mechanico dem Übel auf die Schliche kommt.
Break 22:49
Ein weiterer guter Tag geht zu Ende. Wir haben fürstlich Tapa -vor allem Meeresfrüchte- gespeist und wieder sehr offene und angenehme Galizier (?) kennen gelernt. Der Commodoro des königlichen Yacht Clubs La Coruna hat uns in einem Cafe als Deutsche enttarnt und ein Gespräch abgefangen. Seine Deutschkenntnisse hat er in den 50ern in der Schule erworben und lässt mich beim dran denken nur erschaudern, wie wenig doch mein beschränktes Hirn offen ist für neue Sprachen. Anton konnte seiner siegreichen x-61 Yacht (das ist ein ziemlich schnelles und wohl auch teureres Schiff) bei der Überschreitung der Ziellinie in Laxe zu schauen. In knapp 5 Stunden hat es die 35sm von La Coruna segelnd zurückgelegt. Zum Vergleich: wir haben 7h gebraucht und die Hälfte motort. Richtig mit Leergewicht und den guten Trimmtipps (Segeleinstellungen) von Rainer, hätten wir die x bestimmt versägt. 😉
Anton hat uns angeboten, dass wir zu seinen Händen gerne Postsendungen an den Yachtclub schicken können, er würde drauf aufpassen.
Kay, siehst du, für alles ist gesorgt ;-))), melde mich morgen.

Auch in Galizien regnet es, wir sind Weltmeister, den Kindern geht es gut und für alle Arbeitenden – morgen ist Freitag.

Allen eine gute Nacht, alles wird gut!

Ps: im letzten Beitrag ist ein toller kurzer Video Clip von den Delfinen eingefügt.

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