Archiv für den Monat: August 2014

Isla Cies – Alantic Challenge und alle müssen ran

Die Sonne ist vor zwei Stunden, der Mond vor etwa 30 Minuten, untergegangen. Die Welt ist für uns in Ordnung.

Wir liegen vor Anker, die Brandung rauscht leicht säuselnd im Hintergrund. Wir haben alles gegeben bei der Atlantik Challenge, nur die Eiswürfel haben wir weggelassen. Es war der volle Creweinsatz gefordert, jeder hat sein Bestes gegeben. Was war passiert: wir haben vor der Isla Cies mitten in der Anchorage Rush Hour unseren Anker geworfen. Den wunderschönen Strand konnten wir unter all den Menschen nur erahnen. Ankern in der dritten Reihe. Die vielen Fährschiffe warfen einen beachtlichen Swell auf, der die ANNE um ca. 15 Grad jeweils um die Längsachse hin- und warf. Sicherlich eine hervorragende Vorbereitung für die anstehenden Tage auf See, speziell wenn man diese Zeit für die Vorbereitung der morgendlichen Brötchen und das anstehend Abendbrot verwendet. Wir werden sicherlich noch lange den ein oder anderen Sonnenblumenkern in der Bilge finden, den Nette durch die Gegend warf. Auch dem Skipper wurde ein Challenge auf den Leib geschrieben „Würstchen drehen und den Grill festhalten“.

Ab neu Uhr kehrt Ruhe ein und die Crew bereitet sich auf die nächtliche Ruhe unter sternenklarem Himmel vor, als Lasse der spontane Wunsch gewährt wird, noch kurz für 5 Minuten die Angel auszuwerfen. Keine zwei Minuten später herrscht Angelalarm. Lasse fängt eine Dorade. Torge der bereits bettfein ist, möchte doch endlich auch noch kurz seinen ersten Fisch fangen. Keine 5 min später ist auch dies erledigt. Nachdem Lasse noch einen Fisch fängt, wirft Neele ein, dass nun auch sie an der Reihe sei. Binnen 45 Minuten werden 6 Fische gefangen. Ende gut alles gut- so glücklich und schnell waren die Kinder noch nie im Bett.

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Moana – kleine Teile von großer Wichtigkeit

Eigentlich sollte es längt weitergehen, wir haben bis Montag morgen eine Ankergenehmigung für die Insel Cies, doch nun liegen wir wieder in der Marina Punta Lagoa. Nicht das es uns dort nicht gefällt. Das Gegenteil ist Fall. Die Leute sind sehr hilfsbereit und freundlich, wie übrigens bisher überall in Galizien, die Hektik der Großstadt Vigo ist fern und der Tagesplatz mit 26 Euro sehr günstig. Wir haben die letzten beiden Tage vor Anker gelegen, einmal herrlich in der Bucht Ensenada de San Simon, gleich um die Ecke, die andere Nacht nicht weniger schön am Rande der Kleinstadt Moana, direkt gegenüber von Vigo auf der anderen Seite der Ria. Herrlicher Blick auf die Großstadt mit grandiosem roten Abendhimmel.

Nachdem wir unser Tagesprogramm von Schule, Einkaufen gehen, Strandgang und Boots-Cleaning absolviert hatten, sollte der Anker gelichtet werden und gegen 16 Uhr die Insel Cies angelaufen werden. Nachdem sich das Ankerlichten etwas verzögertet (später stellte sich heraus, dass wir einen gebrochen Bolzen an der Förderwinsch haben) machte es „Plong“ und ein etwa 15cm langer und 7mm dicker Stahlstift purzelte aufs Deck. Verdutzt schaute ich auf meine Angetraute, da wir doch fest vor Abreise vereinbart hatten nicht mit harten Gegenständen nach dem jeweils anderen zu werfen, erntete jedoch einen ebenso fragenden Gesichtdseindruck. Bei gemeinsamer genauerer Beschauung stellte wir fest, dass sich einerseits am Kopf des Grossegels eine kleine Schraube die den Bolzen bisher hilt, verschwunden war. Zum anderen fiel unserem geschulten Blick auf, dass auch der Lümmelbeschlag (nein, nicht was ihr denkt), eine sehr kritische Verbindung zwischen Mast und Baum bereits auf halbacht hing, weil sich ein Sicherungsstift stillschweigend verabschiedet hatte. Alle notwendigen Reparaturen werden überschaubar sein, da jeweils nur kleinere Teile erneuert werden müssen.
Dennoch wird uns dies eine Lehre sein, noch genauer bei den regelmäßigen Checks auf fehlende Splite, Sicherungsringe etc. zu achten.

Morgen geht es dann verspätet nach Cies weiter, um dann erneut am Montag hier in der Marina Stop zu machen und die notwendigen Restarbeiten erledigen zu lassen.

Was ist sonst noch passiert in aller Kürze: Wir haben die bislang besten von Nette selbstgebackenen Brötchen auf der Anne genossen, Torge schreibt nun sogar schon fast alle Ziffern und freut sich aufs baldige Rechnen und Neele und Torge bekommen ihren eigenen Angelkasten.

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